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Erregtheit und unsere Interessiertheit verbergen, uns gleichgültig zeigen. Wir wollen den Feind für andere als komisch hinstellen, er ist es aber nicht für uns. Die Satire trägt bisweilen nur die äufsere Form der Komik. Dem, der sie ausüht, ist es oft bitterer Ernst. Feindschaft ist ein Hinderungsgrund für echte komische Lust.
So hat man denn versucht, das in der Komik vorhandene Selbstgefühl in anderer Weise zu begründen.
Zunächst behauptet man, es sei die zeitliche Schnelligkeit des Entstehens der komischen Lust in Rechnung zu ziehen. Wenn auch der Gegenstand keinen Grund zu starker und positiver Lust darstelle, so gebe sich doch in der Komik das Selbstgefühl im augenblicklichen Entstehen deutlich kund. Es handle sich um Selbstgefühl in statu nascendi. Es ist aber nicht schwer zu sehen, dafs diese Erklärung nur ein Notbehelf ist. Auch die positive Förderung des Ich kann in statu nascendi bewuſst werden. Das entstehende Gefühl ist aber ganz anderer Art als die komische Empfindung; es fehlt häufig der Vergleich mit den Leistungen anderer.
Andere Erklärer haben die Schadenfreude der Komik dadurch zu rechtfertigen gesucht, daſs sie sie als eine gerechte Schadenfreude vom Pharisäergefühl des Hochmuts unter- scheiden wollten. Es handle sich in der Komik, so sagen sie, nicht nur um einen kleinen unbedeutenden Schaden, sondern auch in der Regel um einen wohlverdienten. Er stelle sich als eine leichte Strafe für ein Vergehen dar, das leicht hätte vermieden werden können. Demgegenüber kann man sagen, auch die Schuld der komischen Persönlichkeit ist eine kleine. Sie liegt weniger in der moralischen als in der Intellektualsphäre. Über schwere moralische Vergehen und ihre Bestrafung lacht man nicht, aber ebensowenig dürfte von Strafe für intellektuelle Mifsgriffe die Rede sein. In Wirklichkeit hebt auch gerade die Bestrafung und Beschämung des Pechvogels häufig die komische Wirkung auf. Somit bedeutet der Hinweis darauf, dafs der Schaden nur klein sei, noch keine Erklärung für die positive starke Lust, er kann höchstens verständlich machen, warum Schmerz und Unlust in der Komik in geringerem Maſse auftreten.
Wir sehen, auf diese Weise wird uns nicht geholfen. Wir kommen der Sache aber viel- leicht näher, wenn wir uns fragen, bei welchen Gelegenheiten denn sonst im Leben von einer harmlosen, unschuldigen Schadenfreude die Rede sein kann. Die Antwort wird lauten: Sie findet sich in jedem Spiel, das auf ein gegenseitiges Necken und Hereinfallen hinaus- läuft. In diesem Falle gewinnt die Schadenfreude einen ganz anderen Charakter. Sie verliert ihren bösartigen Zug. Sie ist dann ein Teil einer Lust ganz allgemeiner Art, nämlich der Lust am Leben und der spielenden Lebensbetätigung überhaupt. Diese Lebenslust unter- scheidet sich von der Lust an ernster Arbeit dadurch, dafs sie von den ernsten Zwecken des Lebens unabhängig und selbstloser, uninteressierter Art ist. Die Schadenfreude ist auch nur ein Teil von ihr, der andere ist die Mitfreude. Wir erleben im Spiel stets ein aufser uns liegendes, seelisches Sein und Wollen mit. Die Lust am Spiel ist eine Freude am wechselseitigen Verkehr. Sie läfst darum eine Vielheit von Färbungen zu. Sie werden bestimmt durch die Beschaffenheit des Ichs, des Mitspielers, des Spielobjekts und die Art des Spieles. Wir sprechen dann von den subjektiven und den objektiven Reizen eines Spiels.
Wie ich glaube, können wir auch in der Komik eine besondere Art dieses Spiels sehen. Auch sie beruht auf einem Trieb nach freier, uninteressierter Lebensbetätigung. Sie teilt mit anderen Spielen die Grundstimmung, nämlich Heiterkeit und Daseinsfreude, sie unterscheidet


