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ein gestörtes Gleichgewicht wiederherstellen. Der wohltätige Einflufs auf den Körper ist namentlich von den Arzten viel beachtet worden. Durch die Erschütterung des Zwerchfells und der Lunge wird die Blutzirkulation befördert. Indem wir uns dieses wohltätigen Einflusses bewufst werden, fühlen wir Lust. Andere meinen, die Komik beruhe auf einer Befreiung von Zwang. Wenn wir dem Druck des moralischen und logischen Gesetzes bei einem komischen Erlebnis ent- hoben sind, dann fühlen wir uns auch körperlich frei. Der eruptive Charakter des Lachens soll auf dieser Befreiung beruhen. Wieder andere haben auf die Verwandtschaft der komischen Empfindung mit derjenigen des Kitzels hingewiesen. Die intermittierenden Reize des Kitzels stimmen, so sagt man, mit den intermittierenden Stöfsen des Lachens überein. Auf eine letzte Erklärung der komischen Lust, die namentlich die Komik auf dem moralischen Gebiet, das Pikante, betrifft, kann hier nicht näher eingegangen werden.
Wenn wir diese verschiedenen Erklärungen der komischen Lust näher prüfen, so werden wir zugeben, dals in der Tat ein Wohlbefinden des Körpers im Spiele sein kann. Die Lust, welche aus diesem Wohlbefinden resultiert, ist aber nicht mit der komischen zu identifizieren. Sie tritt zeitlich erst verhältnismälfsig später ein. Eine physiologische Erklärung, die in Körper- und Nervenvorgängen, im Lachen nicht eine Begleiterscheinung, sondern eine Ursache der komischen Lust sehen will, widerstrebt dem Gesetz des Parallelismus.
Wir sehen also, dals die komische Lust niemals an einen passiven oder neutralen Be- wulstseinsvorgang allein gebunden ist. Sie ist weder ein reiner Sinnengenufs, noch blolse Lust am körperlichen Wohlbefinden. Immer ist vielmehr unsere Persönlichkeit aktiv mit im Spiel. Wir haben es immer mit einem Verhalten und Eingreifen der Seele selbst zu tun.
Prüfen wir nun die Beteiligung dieser persönlichen Funktionen.
2) Wir fragen zuerst nach der Bedeutung der Erkenntnisfunktion oder des Ver- standes für das Zustandekommen der komischen Lust.
Eine grolfse Zahl Philosophen betrachtet sie lediglich als eine Folge eines Erkenntnisaktes. Gegenstand und Wille kommen, so meinen sie, schlechterdings nicht in Betracht. Wie Lust über- haupt, so ist auch die komische nur eine Folge von Associationen, d. h. Vorstellungsvor- gängen, in unserem Falle also etwa die eines intellektuellen Kontrastes. Eine Form des Komischen, der Witz, scheint für diese Annahme zu sprechen. Witz und Verstand sind ja in der Sprache sogar olt Wechselbegriffe.
Eine nähere Prüfung zeigt jedoch, dals auch beim Witz in dem Komischen Gegenstand und Wille Einflufs auf das Zustandekommen der Lust haben.
Wie bei jedem Erkennen, so kann auch beim Erkennen eines Komischen die Lust zu- nächst eine solche an dem Resultat, d. h. an der Erlangung eines Objektes sein: Die Komik lacht die Wahrheit heraus, und sie bringt Neues. Bei genauerem Zusehen ergibt sich freilich, dals die Erkenntnis des Gegenstandes nicht ausreicht.
Es gibt Untersuchungen und Erkenntnisakte, die oft viel gröfsere Wahrheiten und Neuig- keiten ans Licht bringen, als der Witz und die Komik es vermögen. Dennoch ist hier von einer so starken Lustbetonung und Wirkung nach aufsen hin nicht die Rede. Ja, die Tatsache, daſs das Neue der Komik oft ganz gleichgültiger Art ist, daſs viel Unbedeutendes, Dummes und Häls- liches als vorhanden aufgezeigt wird, dafs die Erkenntnis eigentlich negativer Art ist, nämlich auf


