32 teilungsmodus sich mehrfach geändert zu haben, wie u. a. die Hauptinschrift(cf. Böckh, Corp. insecr. Gr. Vol. II, p. II, 147) auf dem. Marmor des Grafen Choiseul
beweist, welche von den drei letzten Prytanien ausdrücklich den 36. Tag nennt. Die Inschrift der Vorderseite gehört in Ol. 92,3(* TAaveinor dZovτοο). Soll nun z. B. der 3. Tag der 6. Pryt. auf die jul. Zeitrechnung reduciert werden, so finden wir zunächst nach Gleichung(II): 1 Hek. Ol. 92,3= 14. Juli 410 v. Chr. Da die 6 ersten Prytanien im betrachteten Falle höchst wahr- scheinlich 35tägig waren, der 3. Tag der 6. Prytanie also dem 178. Tag des att. Jahrs entsprach, so hat man dem 14. Juli= 195 Tage des jul. Jahres noch 177 Tage hinzuzufügen. Dies führt auf die Gleichung:
3. Tag der 6. Prytanie Ol. 92, 3= 7. Januar 409 v. Chr.
Drei Mondfinsternisse des Almagest.
Im 4. Buche des Almagest werden drei chaldäüische Mondfinsternis-Beobachtungen erwühnt, deren Zeiten einmal durch ägyptische Data, sodann auch durch die attischen Monate und Archonten bestimmt sind. Die attischen Monatstage werden nicht angegeben, weil Mondfinsternisse nur in der Mitte von Mondmonaten, in cyklischen Monaten also gewöhnlich am 14., aber auch am 13. oder 15. Tage eintreten können. 1
Verwandelt man die ägyptischen Data des Almagest in julianische, so wird erhalten:
1. Mondfinsternis in der Nacht vom 22. zum 23. Dez. 383 v. Chr. 2.„ am Abend des 18. Juni 382 v. Chr. 3.. am Abend des 12. Dez. 382 v. Chr.
Die Richtigkeit dieser Reduktionen und zugleich der Thatsachen wird durch astronomische Rechnung aufer Zweifel gestellt. Denn sie ergiebt:
1. Mondfinsternis am 23. Dec. 383 v. Chr.(Größe gering; Mitte: 7 morgens babyl. Zeit; Dauer: kurz).
2. Mondfinsternis am 18. Juni 382 v. Chr.(Größze: 6 Zoll; Mitte: 8à 6m abends babyl. Zeit; Dauer: 2 10m).
3. Mondfinsternis am 12. Dez. 382 v. Chr.(Gröbe: 11 Zoll; Mitte: 10 10 abends babyl. Zeit; Dauer: 3 /àh).
Die julianischen Jahre entsprechen nach Gleichung(2), S. 7, den olympischen Jahren Ol. 99,2 und Ol. 99,3, in denen, ausweislich der attischen Fasten, Phanostratus, bezw. Euandrus das Archontat inne hatten. In der That nennt auch Ptolemäus diese beiden Archonten.— Werden nun ferner mit Gleichung(II) die attischen Neujahrstage bestimmt, so findet sich für Ol. 99,2 der 16. Juli und für Ol. 99,3 der 5. Juli.— Endlich lehrt eine Vergleichung der Monatstabellen, daß
die 1. Mondfinsternis am Morgen des 13. Poseideon,
die 2. 3 gleich nach Beginn des 14. Skirophorion und die 3.„„.„ des 14. im 1. Poseideon stattgefunden hat— in Übereinstimmung mit den Angaben des Ptolemäus und nicht weniger mit
der cyklischen Theorie. Die starke Hinneigung zum 13. der attischen Monate kann nicht befremden, da in den Jahren Ol. 99,2 und 3 der Metonsche Cyklus bereits einen Tag Verspätung hatte.


