Aufsatz 
Das System der attischen Zeitrechnung auf neuer Grundlage / von Karl Israel-Holtzwart
Entstehung
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26 Gegenteil beigebracht werden, dürfte es sich, der Einfachheit wegen, empfehlen, dieselbe Reihenfolge der Monate auch für die ältere Zeit beizubehalten zumal hieraus im ungünstigsten Falle nur ein Fehler von einem Tag entspringen kann.

Die Lage des Schaltmonats(vergl. die att. Monatstabelle, S. 9).

Während der glänzendsten Periode der griechischen Geschichte, von den Perserkriegen bis Alexander, hatte der Schaltmonat(uir 66X10g) unzweifelhaft seine Stelle zwischen dem Poseideon und Gamelion, dem Monate der Winterwende, und wurde als zweiter Poseideon bezeichnet. Dem Schaltmonat fällt überall die Aufgabe zu, den Neujahrstag in richtiger Lage zu einem gewissen Jahr- punkt, sei er Wende oder Nachtgleiche, zu erhalten, oder, wie Herodot sich ausdrückt, 1vα α mOασιανσσόσυκορασ.ριόάαφꝙμρνεναι εςσ ταν˙ ν. Aus jener zweckwidrigen Lage des Schaltmonats sind wir deshalb zu folgern befugt, daß in ältester Zeit das attische Jahr mit dem Gamelion angefangen habe, daß aber bei Verlegung des Jahranfangs eine angemessene Verschiebung des Schaltmonats versäumt worden sei. Unmittelbar nach Kallippus befand er sich noch immer mitten in das Jahr eingezwängt. Dies beweist eine Inschrift aus Ol. 116, 3, E&r* Nνοιον(⁰oνντο. Ebenso sicher aber beweisen die vier im Almagest erwühnten Fixsternebeobachtungen des Timocharis, daß Ol. 121, 2 die lediglich sachgemäßze und wohl schon lange projektierte Verlegung des Schaltmonats an den Schluß des Jahres, also nach dem Skirophorion, durchgedrungen war. Nehmen wir nun an, daß diese immer- hin wichtige Anderung nicht mitten in einem Metonschen Cyklus getroffen worden sei, so bleibt als Jahr der Verlegung des Schaltmonats nur Ol. 117, 2 übrig. Vor dieser Zeit ist also der Schalt- monat nach dem 1. Poseideon, später nach dem Skirophorion einzurücken, wie in unserer Monatstabelle angenommen worden ist. Am Schlusse des Jahres befindet sich der Schaltmonat auch in der Osterrechnung, und diese veränderte Lage wird endlich noch von Theodorus Gaza(de mensibus) ver- bürgt, der ausdrücklich sagt, daß nach dem Skirophorion die 30 Tage des Schaltmonats eingelegt worden seien (Ereuanréov dr! rιουοσνι μνμννι τ‿ρι⁴eευναα nuégas). Aus dieser letzten Stelle erhellt zugleich, wofür wir übrigens noch hinreichende Belege bei anderen Schriftstellern finden, daß der Schaltmonat stets 30 Tage umfaßte.

Mit der hier vertretenen Ansicht von der Lage des Schaltmonats stehen nun die Worte des Geminos in Bezug auf Kallippus: riõ räe 24*νεμω pcMνμο⁴οςα εέe‧ιιασνε(er bediente sich derselben Schalt- ordnung wie Meton) durchaus nicht in Widerspruch, auch wenn sie die enge Bedeutung haben sollten, welche ihr von Ideler beigelegt werden, was keineswegs eingeräumt zu werden braucht. Kallippus selbst änderte an der Schaltordnung nichts; sie wurde eben erst später geändert.

Die Zeit der Sommerwende. Ohne Kenntnis der Sommerwendezeit pleibt die Konstruktion der attischen Zeitrechnung ein Ding der Unmöglichkeit. Aber nicht etwa um den wahren Sommerwendetag handelt es sich dessen Bestimmung der Astronomie ein leichtes wäre sondern um den Tag, welchen die Athener für den wahren Solstitialtag hielten.