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Die Konformität dieses Cyklus mit dem auf S. 20 dargestellten ist leicht ersichtlich. Der einzige Unterschied liegt darin, daß der Metonsche Cyklus mit dem frühsten Sommerwenden- Neumond beginnt, der Ostercyklus hingegen nicht mit dem frühsten Osterneumond 0, sondern mit einer um 15 Tage später eintretenden Numenie. Zählt man den Cyklus vom 16. Jahre an, welchem der frühste Osterneumond eigen ist, so entspricht die Folge der Schaltjahre genau der Metonschen. Auch die chronologisch-technische Regel, die vierjährige Periode der Schalttage findet sich im Oster- cyklus wie im Meton-Kallippischen. Endlich begegnen wir auch im 19. Cyklusjahre derselben Ver- kürzung wie in der Kallippischen Periode, eine Verkürzung, deren Wirkung von den Komputisten saltus lunae genannt wird.— Es bedarf übrigens kaum besonderer Erwähnung, daß die einzelnen Cyklusjahre, mit den in Parenthese gesetzten Ausnahmen, regelmäßige Gemein- und Schaltjahre darstellen.
Der Metonsche und Kallippische lnitialneumond.
Dem Entwurfe auf S. 20 liegt die Annahme zu Grunde, daß der Metonsche Cyklus, wenigstens theoretisch, mit dem 27. Juni Ol. 86,4, dem Tage der Sommerwende, in Kraft getreten sei,— abweichend von der gewöhnlichen Ansicht, welche ihn erst mit dem 16. Juli des darauffolgen- den Jahrs Ol. 87,1 beginnen läßt.
Um die einer Schulabhandlung gezogenen Grenzen nicht zu überschreiten, müssen wir uns auf eine bloße Andeutung der Gründe beschränken, welche jene Annahme rechtfertigen.
1. Der ideale Anfang des attischen Jahnm war die Sommerwende. Ein für die Zwecke der: Zeitrechnung(nicht bloß der Festrechnung) bestimmter Cyklus geht am natürlichsten vom idealen Anfange aus und führt, nach Ablauf seiner Periode zu ihm zurück.
2. Diodor(vgl. Ideler, I, 316, 325) sagt bei Ol. 86,4:»Zu Athen stellte der wegen seiner astronomischen Kenntnisse berühmte Meton, Sohn des Pausanias, seinen 19jährigen Cyklus auf, beginnend mit dem 13. Skirophorion(riv αον π̈ωοαϊααďσιννεεινοο eĩd εμμeηάνοs ιεμος⁷σσ⁶ νοεσ Toεανκσαιάεε⁴mε).« Dieser 13. Skirophorion war aber der Tag, an dem Meton die Sommerwende beobachtete, steht also generell für»Sommerwendentag.« Ideler trifft nur zum Teil das Richtige, wenn er die Stelle dahin auslegt, daß Meton bloß sein Parapegma mit der Sommerwende begonnen habe. Auch seinen Cyklus schloß er diesem Jahrpunkte an; es hätte nur Verwirrung gestiftet, wenn Parapegma und Cyklus nicht parallel gestellt worden wären.
3. Die Kallippische Periode beginnt, wie aus gewissen Beobachtungen des Almagest und dem Plutarchschen Datum der Schlacht von Arbela(s. später) zu schließen ist, mit dem 28. Juni 330 v. Chr. Bei Einführung eines neuen Cyklus war man ohne Zweifel bestrebt, zur Erhaltung einer äußerlichen Kontinuität an die ältern Cyklen anzuknüpfen. Nimmt man aber das Jahr 433 v. Chr. als proleptischen Anfang des Metonschen Cyklus, so ver- fließen bis zur Kallippischen Epoche 5 Metonsche Cyklen und eine Oktaeteris.


