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Die alexandrinische Osterrechnung.
Wir haben den Gang der attischen Zeitrechnung von ihrer ältesten, historisch beglaubigten Form, der Oktaeteris, bis zu der astronomisch und technisch meisterhaft entwickelten Periode des Kallippus schrittweise verfolgt. Als treibende Kräfte dieses chronologischen Prozesses erschienen einer- seits das Platonische Gesetz: Neujahrstag= 1. Neumond auf oder nach der Sommerwende und andererseits die technische Regel: Neujahrstag= Sommerwende+† n. 19— p. 11, und unter diesem doppelten Gesichtspunkte entwickelte sich jede höhere Form aus ihrer Vorgängerin in ungezwungenster Weise, ohne Zuhülfenahme einer gekünstelten Hypothese. Wenn es auch an positiven Beweisen für die technische Regel gebricht, so ist sie doch durch ihre innere Wahrscheinlichkeit nahe gelegt und durch ihre Ubereinstimmung mit anderen notorischen Thatsachen. Schon der einfache chronologische Takt lehrt sie uns.
Es fragt sich nun, ob insbesondere die Meton-Kallippische Periode, wie sie sich uns durch eine Betrachtung a priori ergeben hat, auch mit den Uberlieferungen im Einklange steht. Bei Be- antwortung dieser Frage werden wir uns in erster Linie an die alexandrinische Osterrechnung zu halten haben, da diese nach unseren früheren Bemerkungen unzweifelhaft als ein nach attischen Grund- sätzen qurchgeführtes System betrachtet werden muß.— Es ist bekannt, daß die Alexandriner die Frühlingsnachtgleiche auf den 21. Mär⸗ julianischen oder den 25. Phamenoth ägyptischen Stils an- setzten, und es steht historisch fest, daß ihr erstes Cyklusjahr in das Jahr 285 n. Chr. füllt, für welches als Osterneumond der 27. Phamenoth(23. März) angenommen wurde, daß ferner ihr frühster Osterneumond, in nachstehender Tabelle mit 0 bezeichnet, dem 12. Phamenoth angehörte.
Diese Elemente in Verbindung mit der gleichfalls bekannten Dauer der 940 Monate(deren Mitteilung uns jedoch der Raum verbietet) ergeben nun folgenden Kanon der Osterrechnung:
1. Jahr— 27. Phamenoth=(0+ 15)= 23. Mürz(355, III)
B 2.„ 16.„ ſo.†. 13)— 11— 12.„(385, IV) 3.„= 5. Pharmuthi=(0+ 15⁵)+ 19— 11= 31.„(355, 1)
4.„= 24. Phamenoth=(0+ 15)+ 19— 2.11= 20.„(355, I)
B 3.„= 13.„=(O0 15) 19— 3.11=— 9.„(385, II!) 6.„= 2. Pharmuthi=(0+ 1⁵)+ 2.19— 3.11= 28.„(355, IV)
B 7.„ 21. Phamenoth=(0+ 15)+ 2.19— 4.11= 17.„(385. 1) 8.„= 10. Pharmuthi=(0+ 15) † 3.19— 4.11— 5. April(355, II)
9.„= 29. Phamenoth—(0+ 15)+ 3.19— 5.11— 25. März(355, III)
B 10.„= 18.„=(O+ 15)+ 3.19— 6.11= 14.„(385, IV) 11.„= 7. Pharmuthi=(0+ 15) 4 4.19— 6.11— 2. April(355, 1) 12.„ 26. Phamenoth=(0+ 15)+ 4.19— 7.11— 22. März(355, II)
B 13.„= 153s.„(o 1 15) †. 4.198,11= 11.„(385, II) 14.„= 4. Pharmuthi=(0+ 1⁵) † 5.19— 8.11= 30.„(355, IV) 15.„= 23. Phamenoth—(0+ 15) 4 5.19— 9.11= 19.„(355, 1) 316.„= 12.„(0+ 15)* 5.19— 10.11-0= 8.„(38, I) 17.„= 1. Pharmuthi=(O+ 15⁵)+† 6.19— 10.11= 27.„(355, III)
B 18.„= 20. Phamenoth(0+ 15 19— 11.11= 16.„(385, IV)
)+ 6 198.„= 9. Pharmuthi=(0 † 15)+ 7.19— 11.11— 4. April(354, I u. 353, II, III, IV)


