5 .— »Selbst auch kennest du das, denn schon einstimmig gerühmt sind Neunzehnjährige Kreise des leuchtenden Sonnenbeherrschers: Was sowohl von dem Gurte zum äufßersten End' Orions Alles die Nacht umdreht, und zum mutigen Hund' Orions.«
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Es werden hier nur solche Erscheinungen mit dem Meton'schen Cyklus in Verbindung ge- bracht, welche in altgriechischer Zeit den ersten 4 Wochen nach der Sommerwende angehörten,— in welchen Zeitraum der Platonischen Regel zufolge, sämtliche Anfünge und Enden der 19 Sonnen- kreise fielen.
Simplicius erwähnt in seinem Kommentare zu der Physik des Aristoteles(V, 205) daß die Athener ihr Jahr um die Sommerwende(reHt SsHεανια τροας ⁵5Am ναά̈ιο) und die Römer um die Winterwende(xebt Teiεεεεμνιάόα ςα Pνιαέαο⁶) begonnen haben. Von Cäsar wissen wir aber bestimmt, daß er sein 1. Jahr mit dem 1. Neumonde nach der Winterwende anfing und hierin ohne Zweifel dem griechischen Vorbild treu blieb, da ja für ein festes Jahr die Bruma selbst eine schicklichere Epoche gewesen wüäre.
Auch der im Florentiner Hemerologium vorkommende Hekatombäus der jonischen Asianer (entsprechend dem Hekatombäon der Athener) verrät noch deutlich die Spuren des attischen Gebrauchs; er begann, auch nach der Umbildung der Mondmonate in Sonnenmonate, am 24. Juni, dem Cäsarschen Tage der Sommerwende.
Dionys von Halikarnaß bestimmt das Datum der Eroberung Trojas in folgender Weise: »Ilium wurde nach attischer Zeitrechnung im Spätsommer 17 Tage vor der Sommerwende am 8. Thargelion vom Ende zerstört. Zur Vollendung des Jahres fehlten noch 20 Tage nach dem Solstitium« „(réoirrα* oœαν αχ τον ενπιαιντον ετπεαιον εασπσηmρ—oda deετa i rOoνλ lναασ ⁵πιμέιιασι). Hieraus folgt, daß das 1. Jahr post Trojam captam 21 Tage also jedenfalls mit dem ersten Neumond nach der Sommerwende seinen Anfang nahm. Der Zusatz:»zur Vollendung des Jahres fehlten noch 20 Tage nach dem Solstitium« verleiht der Zeitangabe aber auch eine typische Bedeutung, indem sie zu beweisen scheint, daß das Jahr regelmäßig über das Solstitium hinausreichte und daß man in wichtigen Fällen ein Jahr noch besonders durch diese über das Solstitium hinausgehenden
age zu charakterisieren pflegte.
Ptolemäus berichtet(Almag., III., 2), die Sonnenwendeé sei am 21. Phamenoth(27. Juni) des 316. Nabonassarischen Jahres unter dem Archon Apseudes von Meton und Euktemon zu Athen beobachtet worden und aus einer Stelle bei Diodor(XII., 36) erhellt, daß dieser Tag mit dem 13. Skirophorion, dem letzten Monate der Athener, zusammentraf. Demnach lag damals der attische Neujahrstag etwa 16 Tage nach der Sonnenwende.— Von Ptolemäus erfahren wir ferner, daß Aristarch die Sommerwende am Ausgange des 50. Jahres der 1. Kallippischen Periode(r tére Aiovrte is rs zar⁴‿ K4Xeαπρω½*παοο), im 44. der philippischen Kra und ebenso, daß Hipparch die Sommerwende im zu Ende gehenden 43. Jahre der 3. Kallippischen Periode beobachter habe. Auch diese Angaben beweisen klar, daß die Sommerwende wenige Tage oder Wochen vor dem Beginn des neuen Jahres eingetreten ist.
*) Die Schreibweise»Kallippos« ist vorzuziehen.


