Aufsatz 
Die Konzentrationsidee und ihre Bedeutung für die Ober-Tertia des Gymnasiums / von Georg Ihm
Entstehung
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Das grammatische Pensum der Ober-Tertia¹) wäre dann allerdings weniger umfangreich, aber dies wäre schon deshalb zu wünschen, weil in dieser Klasse die in Unter-Tertia eingeleitete Caesar- und Ovidlektüre einen größeren Umfang anzunehmen hat.

Auch ist es zweckmäßig, daß es ab und zu Klassenpensa giebt, die weniger reichhaltig sind und deshalb Gelegenheit zu einer ruhigen Vertiefung und Befestigung der schon erworbenen Kennt- nisse bieten, zumal wenn die betreffende Klasse in anderen Fächern eine besonders schwierige Auf- gabe zu lösen hat(wie z. B. das griechische Klassenpensum der Ober-Tertia). Bei der grammatischen Seite des Unterrichts muß nun der Lehrer darauf bedacht sein, durch Gruppen- und Reihenbildung*) die Kenntnisse der Schüler beständig wach zu erhalten und zur Anwendung zu bringen.

Was den Wortschatz anlangt, so handelt es sich darum, die in der Lektüre vorkommenden Vocabeln ebenfalls zu Gruppen und Reihenbildungen zu verwerten. Hierbei kann man je nach Be- dürfnis die Bedeutungsverwandtschaft oder das etymologische Prinzip als Zentrum dienen lassen. Naturgemäß nimmt auf dieser Stufe auch die Synonymik) einen größeren Umfang an.

¹) Also hauptsächlich: 177. Anm. 3. 4. 180. Anm. 2. 188. 190. 191. 194. 197. 207, 2. 208, 1. 211. 221, 3 mit Anm. 1. 225. 226. Anm. 2. 227. 228(potentialis der Vergangenheit). 229(Berührung mit dem griech. Unterricht). 230. 336 b. 238, 2 Anm. 1. 2. 239, 4. 242, 1 Anm. 2. 2 Anm. 2. 244, 1. 2. 247(an die Behandlung der Nebensätze in der or. obl. anzuknüpfen). 250, 1(vergl. cum temporale) 3.(vergl. 229) nebst Anm. 1. 2. 254, 2. 257, 1. 4. 258 278. 279. 280. 281, 2. 282,(281, 1 u. 284 sind je nach dem Bedürfnis für Sprechübungen vorweg zu nehmen). 287, 2. 4. 5. 304 Anm. 1. 2. 310.

²) Hierbei hat man mit 2 Verfahren abzuwechseln. Man muß einerseits den grammatisch-stilistischen Gesichts- punkt maßgebend sein lassen und Erscheinungen auf Grund ihrer mehr oder weniger in die Augen springenden Verwandtschaft gruppieren; z. B. 1) Die Daß-Sätze. 2) Ubersetzung des Infinitiv mit zu. 3) Umschreibung deutscher Substantiva. Hierbei ergeben sich auch manche Beziehungen zur Kasuslehre, man denke an decet, poenitet und interest. 4) Ausdruck des Zweckes. 5) Ausdruck der Ursache. 6) Ausdruck der Folge. 7) Kom- parativ als Konzentrationspunkt: abl. mensurae, abl. comparationis, quo, quominus, nihil antiquius tabeo quam ut, cupidius zu leidenschaftlich, cupidius, quam ut. uter fratrum maior est natu? Komparativ doppelt cf. Seyffert§. 198. 8) Indikativ in einfachen und hypothetischen Hauptsätzen statt des deutschen Coni. 9) Der Futurbegriff. 10) Gebrauch des Ind. Perf. bei postquam, ubi, cum inversum, cum iterat, wenn im Hauptsatz ein Praes. steht. 11) Dignus und indignus c. abl. und mit Coni. Relativsatz. 12) Gerundium und Gerundivum mit Beziehungen zur Kasuslehre, vergl. cupidus gloriae, cupidus discendi; ars uvibendi und spes vincendi in ihren Beziehungen zum genet subi. u. obi., 13) accidit, ut. u. bene accidit, quod. 14) Genet. u. Abl. pretii Genet. u. Abl. qualitatis. 15) Doppelter Nom. u. Acc. 16) Syntax der Impersonalia. 17) Kon- struktion des Adiect. 18) Verba des Affekts(Acc. u. quod). 19) advenio und pono in ihrem Verhältnis zum Deutschen. 3

Andererseits aber erscheint es auch geboten, aus dem sich in jedem Kapitel der Schriftstellerlektüre bietenden praseol. Material eine oder die andere besonders geeignete Wendung herauszugreifen und sie in alle möglichen grammatischen Verbindungen zu bringen. Vergl. über diesen Punkt meinen AufsatzAlter und neuer Betrieb, Gymnasium VI. 652.

Wenn man diese beiden Verfahren verbindet, kann man ohne alle Künstelei den Schüler in jeder Stunde zur Anwendung von ca. 20 Regeln nötigen. Auch die Lektüre wird hierdurch nicht gestört, denn es versteht sich von selbst, daß Übersetzung, Besprechung des Inhaltes und Behandlung der grammatisch- lexikalischen Seite streng zu scheiden sind. Doch dieses Bedenken wird man um so weniger zu fürchten brauchen, da ja auch eine andere Organisation des lateinischen Unterrichts nicht immer hindern kann, daß bei der Lektüre die grammatische Seite einseitig betont wird.

³) Hierbei ist strenge Beschränkung und eine Wesentliches vom Unwesentlichen scheidende Behandlung be- sonders notwendig. Manchmal ist die Einsicht in die spezielle Bedeutung eines Wortes nur für das Ver- ständnis einer oder der anderen Stelle eines Schriftstellers erforderlich. Es wäre dann thöricht, solche Dinge zum Gegenstand besonderer Ubung machen zu wollen. Mit besonderem Nachdruck muß man, wo es in der Natur der Sache begründet ist, auf die allgemeine Bedeutung hinweisen, z. B. bei arma und tela auf arma, bei mors und nex auf mors. Manches, was gewöhnlich der Synonymik zugeteilt wird, könnte durch