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Hierbei wird sich zugleich eine mannigfache Berührung mit dem Geographiepensum der IV. ¹) und V. ergeben.
Die Entwickelung, die zwischen beiden Bildern— dem der Vorzeit und der Gegenwart— liegt, wird dem Schüler durch den Geschichtsunterricht der beiden Tertien in mehr oder weniger genauen Umrissen gezeigt.
Eine weitere Berührung mit dem Geschichtspensum dieser Klasse liegt in dem Umstand, daß man bei der Caesarlektüre den Kampf eines Volkes gegen einen fremden Eroberer mit interessanten und bedeutungsvollen Details ⁴) kennen lernt(Befreiungskriege). Dabei eignet sich die Caesarlektüre in Verbindung mit der Kenophonlektüre, dem Geschichtsunterricht und den damit in Verbindung stehenden deutschen oder französischen Lesestücken, die Kenntnis des Kriegswesens*) zu erweitern und zu vertiefen.
Ein weiterer Gesichtspunkt, der geeignet ist, eine Verbindung zwischen der Caesarlektüre und den übrigen Fächern herzustellen, liegt in dem ethischen Interesse,“) welches die vorkommenden Personen und besprochenen Verhältnisse erregen. Da endlich Tertia die Klasse ist, welcher die Be- schreibungen und Schilderungen zufallen, so liegt es in der Natur der Sache, daß in dem Bestreben, den Schüler im Gewinnen von klaren und deutlichen Anschauungsbildern*) zu üben, ein weiterer Konzentrationspunkt gegeben ist. Daß gerade die Caesarlektüre hierfür sehr geeignet ist, unter- liegt keinem Zweifel ⁰).
¹) Wezel, dessen Uebungsbuch zugleich das Bild einer fortlaufenden Inhaltserklärung bieten soll, thut nach dieser Seite hin wohl des Guten etwas zu viel. Man verfällt auf diesem Weg gar leicht dem von Weissenfels Z. f. Gym. W. 1886 pag. 530— 536 gerügten Materialismus des Gymnasialbetriebs, der zugleich eine UÜberbürdung des Ge- dächtnisses bedeutet.
²) Z. B. die Uneinigkeit im Inneren und der Antagonismus der einzelnen Staaten als Umstände, welche die Be- strebungen des fremden Eroberers fördern.(vgl. Griechenland und Deutschland.)— Die Verwüstung des eigenen Landes, um den Feind zu schädigen(Buch VII.), erinnert an das Verhalten der Russen im Jahre 1812. Die Beteiligung gerade der Jugend an dem Unternehmen des Vercingetorix läßt sich in Verbindung bringen mit der Begeisterung, welche die deutsche Jugend im Jahre 1813 beseelte.— Die Stimmung der Gallier ist VII. 76, 2 treffend charakterisiert. Analogicen zu IV. 20. 1. aus der neueren Geschichte.
³) Zustandekommen des Heeres bei Caesar, den Galliern, den Germanen, bei Xenophon, im Mittelalter, in neuer und neuester Zeit.— Bewaffnung.— Kriegführung Caesars im Gegensatz zu der der Gallier, Germanen und Britannier(b. G. III. 23. lehrreich.)— Bestürmung und Belagerung fester Plätze im Altertum, Mittelalter und Neuzeit.— Das Ideal eines Soldaten VII. 52, 4.— Caesars Betonung der fortuna im Krieg. Der UÜbergang über die Cevennen VII. 8. vergl. mit dem Alpenübergang Hannibals und Napoleons.
*) Eine solche Behandlung hätte zu ergeben: eine Charakteristik Caesars(sein Verhältnis zu Freund und Feind, seine Stellung zu den Legaten z. B. wie er über Sabinus und Cotta im V. B. urteilt, zu den Centurionen, Soldaten, Bundesgenossen, sein Verhalten in kritischen Lagen.) der Legaten(Gegensätze wie Sabinus und Cotta— Sabinus im III. und V. Buch.) der hervortretenden Centurionen, des Divitiacus u. s. w.— Behandlung des Völkerrechts von Seiten der Römer und der Naturvölker. Sittliche Anschauungen und Eigenart der Germanen, Gallier, Britannier und ihrer Führer.
⁵) Frick: Bemerkungen über Art und Kunst des Sehens. Lehrpr. XIII., 1—25.
⁶) Man denke an die ethnographischen Exkurse(bei ihnen ist es, nebenbei bemerkt, eine interessante Aufgabe, der Vorstellung nachzugehen, welche den Schriftsteller im einzelnen Falle von der immerhin dem Ansatz nach vorhandenen Disposition ablenkten oder sonst für die Reihenfolge der Gedanken von Bedeutung waren), an die Schiffe der Veneter im Gegensatz zu den römischen, an die genauen Angaben über die Terrainver- hältnisse, an die Lage der Städte, an die Scenen, die sich bei Bestürmung, Belagerung und Einnahme einer Stadt ergeben(II. 13.) und besonders im VII. Buch an Lebendigkeit und Anschaulichkeit zunehmen, an das Bild der brennenden Städte im Buch VII., an die Scenen aus dem Lagerleben.(I. 39. 40. V. 26 ff. 39 ff.) Schlachtenbilder.


