Aufsatz 
Das geographische Pensum der Sexta an höheren Schulen in Bezug auf Inhalt und Methode / von Franz Höfler
Entstehung
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also der Bevölkerung des Gebirges nicht immer den genügenden Ertrag, weshalb sie häufig zu anderen Erwerbsquellen greifen muß, vor allem zur Viehzucht. Auf den zum Anbau ungeeigneten Hochebenen wächst gutes Gras; dorthin werden die Haustiere, Ochsen, Kühe, Schafe im Sommer auf die Weide getrieben, sie werden also als Viehtrift benutzt.

Auch in den Bergen sucht der Bewohner Erwerbsquellen, Dieselben liefern Eisen, Kupfer, Silber, Blei und Braunkohlen, Marmor, Schiefer.(Womit ist das Schulhaus gedeckt?) Thon findet sich im südwestlichen Teile(Kannenbäckerland).

Dagegen sind die Abhänge des Taunus von außerordentlicher Fruchtbarkeit, hauptsächlich jene nach dem Rhein und Mainseite hin. Hier gedeihen die besten Weine, so in Rüdesheim, Hochheim, Jobannesberg, Rauenthal u. a., und alle Arten von Obst und Getreide; auf dem Südabhange wächst sogar die edle Kastanie. Zugleich liefert der reiche Wald des Gebirges in Menge Brenn- und Baumaterial.

Während aber fast der ganze Taunus mit herrlichem Tannenwald bedeckt ist, und nur die Gipfel der höchsten Berge dieses Schmuckes entbehren, findet sich im Westerwald der- selbe nur hauptsächlich nach der Lahn- und Rheingegend hin; das übrige Gebirge ist kahl oder von Hecken bedeckt und rechtfertigt also nicht den Namen Wester wald.

Zusammenfassung.

29. Das Flussgebiet, Stromgebiet. Als Beispiel die Lahn.

Der Lahnlauf wird zur Erklärung der obigen Bezeichnung besonders mit den gelernten Zuflüssen an die Tafel gezeichnet. Er lätzt sich für die Faustzeichnung in folgende fast gleich- lange(25 km) Stücke zerlegen(siehe Main: Offenbach-Mainz!): Erstes Stück östlich bis zum Knie bei der Ohmmündung; zweites bis zum Knie unterhalb Gießen; drittes bis zum Knie bei Villmar; viertes bis zur Mündung. Nach der Zeichnung wird der Lauf Stück für Stück durchgenommen und zwar zuerst in Bezug auf die gelernten Orte, zweitens auf die Nebenflüsse und drittens auf die großen Krümmungen. Nun wird bei Marburg nochmals eingesetzt und die Frage gestellt: Nach welcher Richtung fließt die Lahn von Marburg bis Gießen? Von Gießen bis Löhrberg? Von Löhrberg bis Langhecke? Von Langhecke bis zur Mündung?

Nun stellt man das Bild des Laufes aus geraden Linien zusammen und zeichnet es neben auf die Tafel und stellt die Frage: Was stellt die Figur dar? Eine Treppe!

Das Lahnthal geht also treppenartig abwärts zum Rheinthal.

Von welchen Seiten erhält die Lahn ihre Zuflüsse?

Nun umgiebt man das Ganze mit drei geraden Linien, läßt die Rheinseite aber offen und frägt:

Welches ist der Hauptfluß des Vierecks? Die Lahn!

Welchen Raum bewässert er also mit seinen Bächen und Zuflüssen?

Erläuterung. Der Raum innerhalb des Vierecks ist also das Gebiet, das der Fluß mit seinen Nebenflüssen gleichsam beherrscht oder über das er gebietet: Es ist das Plu Bgebiet der Lahn! Die Lahn selbst ist aber nur ein kleiner Herr, ein kleiner Fluß, der wieder einem größeren, dem Strome Rhein, dienstbar ist, dessen Herrschaft sich über ein großes, weit