Aufsatz 
Das geographische Pensum der Sexta an höheren Schulen in Bezug auf Inhalt und Methode / von Franz Höfler
Entstehung
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Suchet die Quellen der Lahn, Sieg, Eder und Dill!

Welche Figur macht die Lahn bis Wetzlar?(Viereck!) Wie oft dreht sie sich bis da- hin? Zweimal: 1. Oberhalb Marburg. 2. Zwischen Gießen und Wetzlar?

Verfolgt den Oberlauf der Sieg!

Wo macht diese das große Knie? Bei Siegen!

Die Eder? Bei Battenberg!

Warum macht die Lahn oberhalb Marburg ein Knie? Warum bei Gießen? Oder, warum fließt die Lahn bei Gießen auf einmal nach Westen? Es treten ihr die Ausläufer des Taunus entgegen! Warum fließt sie nicht östlich? Gebirge: Vogelsberg!

Erläuterung. Die Sieg und die Eder weichen dem hinterländischen Gebirg, qas ein Teil des Rothhaargebirges ist, aus. Der Ederkopf ist einer seiner Gipfel. Welche Flüsse umfließen also das hinterländische Gebirge?

Zählet die Nebenflüsse der Lahn auf!

Welche Orte liegen an ihnen?

Wo mündet die Dill?(Wetzlar!) die Elb?(Limburg!) die Gehlbach?(stlich von Nassau!) In welcher Richtung fließen sie zur Lahn? Nach welcher Richtung steigt also das Land an?

Zeiget die Quellen dieser Nebenflüsse! Die der Sieg!

Auch die Flüsse zum Rhein und zur Dill!

Was liegt also zwischen den Quellen der genannten Nebenflüsse?

Der Gebirgsrücken des Westerwaldes wird nun in dem durch die Quellen angedeuteten Verlaufe eingezeichnet und zwar vom Rhein bis zur Dill und durch die Zeichnung schon darauf hingedeutet, das die Form des Hochlandes(Plateau) mehr hervortritt.

Erläuterung. Zwischen Main und Lahn finden wir abermals ein Gebirgsland, den Westerwald. Er schickt seine Ausläufer nach allen vier Weltgegenden; daher fließen von ihm auch nach allen vier Richtungen die Gewässer herab, er dacht sich also nach allen vier Seiten ab(siehe das Dach des Schulhauses); nach der Südseite zur Lahn, nach der Nordseite zur Sieg; nach der Ostseite zur Dill und nach der Westseite zum Rhein. Nennet die Gewässer der vier Abdachungen! Welche Abdachung hat die längsten Gewässer? Welche ist also die größte?

Erklärung. Der Westerwald erscheint also nicht wie der Taunus als verhältnismäßig schmales langgestrecktes Gebirge, sondern als eine preite, fast viereckige Erhebung, die durch die verschiedenen Flüßchen in viele Teile zerlegt wird. Die einzelnen Teile spitzen sich selten zu Berg- gipfeln zu, sondern behalten die breite Form bis zu ziemlich bedeutenden Erhebungen. Es tritt also eine Art von Ebene auf dem Gebirge zu Tage, die man mit dem Ausdrucke Plateau bezeichnet. Der Westerwald hat somit eine plateauartige Eigenschaft. Sein höchster Berg liegt an der Quelle der großen Nister; er heißt die Fuchskaut. Die Thäler des Gebirges sind flacher und breiter als jene des Taunus. Auf den einzelnen Plateaus liegen viele größere und kleinere Ortschaften, auch Städte, z. B. Westerburg, Montabaur u. a.

Da diese hochgelegenen Orte dem Winde sehr ausgesetzt sind, so herrscht da oben im Winter große Kälte, der Schnee fällt schon früh im Herbste und verschwindet erst spät im Frühjahre. Daher kommen Pflanzen, die zu ihrem Gedeihen viel Wärme brauchen, auf dem Westerwalde nicht fort. Obst gedeiht nur wenig, Wein gar nicht. Nur die nach dem Rhein und der Lahn hin sich öffnenden Thäler(Dietz, Limburg) sind besser daran; dort wächst Korn, Weizen und auch Obst findet sich häufiger. Der Acker und die Bebauung desselben liefert