Aufsatz 
Das geographische Pensum der Sexta an höheren Schulen in Bezug auf Inhalt und Methode / von Franz Höfler
Entstehung
Einzelbild herunterladen

49

ausgedehntes Land erstreckt, das er wie mit Armen und Händen umklammert hält: Es ist sein Stromgebiet. Welche gelernten Gebirge gehören zum Flutzgebiet der Lahn? des Main? der Sieg?

Welche Flüsse zum Flußgebiet des Main? der Lahn? der Sieg? Welche zum Strom- gebiet des Rhein? Welche Ebenen liegen im Stromgebiete des Rhein?

In welches Flußgebiet gehören die Orte: Frankfurt, Höchst, Homburgv. d. Höhe, Usingen; Biedenkopf, Weilburg, Limburg, Dietz, Langenschwalbach, Dillenburg, Montabaur, Westerburg, Wiesbaden, Rüdesheim, St. Goarshausen, Marienberg?

30. Der Regierungsbezirk..

Erklärung: Die oben angeführten Orte bilden die Hauptorte einzelner staatlicher Ver- waltungsgebiete; wir haben sie Kreise genannt und den Stadt- und Landkreis von Frankfurt bereits kennen gelernt. In dem auf die Tafel gezeichneten Landesteile liegen aber noch viele andere, die sich nach den Flußgebieten des Main, der Lahn, der Sieg und des Rhein verteilen lassen; zühlen wir sie zusammen, so erhalten wir 18 Kreise. Ihre Namen führen sie entweder nach den Hauptorten oder von ihrer Lage. Jene, die die höchsten Teile des Gebirges mit umfassen, be- kommen den Gebirgsnamen mit dem Beisatze»ober«, jene, denen das Land am Fuße des Ge- birges mit Ausschluß des Kammes angehört, den Beisatz»unter«. So giebt es also einen Ober- und einen Untertaunuskreis, einen Ober- und Unterwesterwaldkreis. Der Hauptort des Ober- taunuskreises ist Homburg vor der Höhe, des Untertaunuskreises Langenschwalbach, des Ober- westerwaldkreises das Dorf Marienberg, des Unterwesterwaldkreises die Stadt Westerburg; wieder andere werden nach den Flüssen genannt, an denen sie liegen, wobei wieder zu unter- scheiden ist, ob sie den oberen oder unteren Teil des Flußlaufes umfassen; im ersten Falle kommt zum Flußnamen ebenfalls»ober«, im zweiten»unter«; also Oberlahnkreis, Unterlahn- kreis; der Hauptort des einen ist Weilburg, der des anderen Dietz. Der Kreis in der Biegung des Rhein bis Caub heißt nach dem Thale der Rheingauer Kreis; Hauptort desselben ist Rüdesheim. Die Hauptorte der Kreise müssen auf der Karte durch besondere Bezeichnung hervorgehoben werden; wir umgeben sie mit einem roten Kreis.

Die sämtlichen Kreishauptorte werden nun mit dem angegebenen Kreise ausgezeichnet, worauf sie die Schüler aufzühlen, in der Weise, daß einzelne an die Tafel kommen und mit dem Stabe auf die mit rotem Kreise bezeichneten Orte zeigen und ihre Namen nennen; bei denselben steht nur der Anfangsbuchstabe, später wird er fortgelöscht und die Namen ohne denselben zu finden versucht. Die Einübung geschieht erst nach den Flüssen; dann nach Fluß- gebieten, ferner noch Fluß und Gebirge, später nach der Lage(östliche, südliche, westliche, nördliche u. s. w.) und schließlich werden sie auswendig am besten im Anschlusse an die Flüsse hergesagt. Dabei würde sich folgende Ordnung empfehlen:

I. Kreise im Maingebiet:

1. Frankfurt, Stadtkreis;

2. Frankfurt, Landkreis;

3. Höchst;

4. Obertaunus;

5. Usingen(Main- und Lahngebiet).

Musterschule 1890. 7