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Die hintere Seite?— Unten! Bedeuten hier in der Zeichnung die Ausdrücke v»oben and unten« dasselbe wie vorhin oben und unten im Zimmer? Woher rührt also die Verschiedenheit? Etwa von der Stellung der Tafel?
Erläuterung. Die Verschiedenheit rührt nur von der Stellung der Tafel her. Da diese aufrecht steht, so wird jener Stand der Tafel, der der Decke des Zimmers gegenüberliegt, also nach oben-schaut, der obere, jener, der dem Fußboden des Zimmers geg enüberliegt, also nach unten schaut, der untere genannt. Ziehe ich also eine Linie vom unteren nach dem oberen Rande, so wird der Anfang derselben auf der Tafel unten, das Ende oben sein.
Daher ist auch in unserer Zeichnung die nach dem oberen Rande hinschauende Seite scheinbar oben, die entgegengesetzte scheinbar unten. Von der Tafel übertragen wir die Be- zeichnungen auch aufs Papier.
Zusammenfassung. Die Zusammenfassung umfaßt die gefundenen Ergebnisse über die Länge und Breite des Klassenzimmers, die Bezeichnungen oben und unten, die zeichnerische Darstellung und die dabei in Betracht kommenden Unterschiede in den Ausdrücken.
Beispielsweise: Die Länge des Klassenzimmers beträgt—, die Breite des- selben—; oben befindetsich—, unten—; bei der Zeichnung wird die hintere Seite—, die vordere—, Decke und Fußboden-.
Erläuterung. In der Zeichnung fehlt also hoch und tief, es ist alles eben und flach. Dafür giebt es eine besondere Art der Darstellung, die ihr noch kennen lernen werdet.
Wir kennen nun die Länge und die Breite des Schulzimmers; der Raum, den die vier Wände umschließen, dehnt sich also in die Länge und Breite aus. Es ist das die Ausdeh- nung des Raumes. Es giebt aber noch eine dritte Ausdehuung. Welche ist diese? Die Höhe! Wie ließe sich die Höhe des Zimmers finden? Durch Ausmessen! Nun ist aber niemand so lang, um bis zur Decke messen zu können; dazu könnte uns nur eine Stange oder Leiter behilflich sein; da uns aber beide nicht zur Hand sind, so wollen wir versuchen, mit den Augen zu messen; d. h. wir sehen uns einmal den Meterstab genau an, merken uns seine Lünge und versuchen nun mit den Augen zu bestimmen, wie oftmal wohl derselbe vom Fußboden bis zur Decke aneinandergereiht werden könnte. Versuchet es einmal!
[Es werden natürlich im Anfange manche falschen Antworten zu Tage kommen, das schadet aber nichts; durch öftere Übung wird sich allmählich eine gewisse Sicherheit in dieser Art des Messens herausbilden.]
Die Höhe wird zu vier Metern gefunden. Wie hoch ist also das Schulzimmer?
Gesetzt, einer von euch befände sich, auf einer Leiter stehend, an der Decke des Zimmers und mäße von oben herunter, d. i. die Entfernung bis zum Fußboden. Er ist hoch oben über seinen Mitschülern, sie sind tief unter ihm. Wie würde er die Entfernung bis zum Fußboden bezeichnen?— Als Tiefe!
Worauf kommt es also beim Messen dieser Art an? Auf den Standpunkt des Messenden! Steht er oben, so mißt er hinab in die Tiefe, steht er unten, mißt er hinauf in die Höhe. Wie verhält es sich mit dem Ergebnis?— Es bleibt das gleiche!*)
Nun giebt es neben euch auch noch eine Klasse, und die Schüler derselben sind euere Nachbarn. Euch gehört dieser Raum hier, jenen der andere. Das ist euer Besitztum, jenes
*) Siehe die Bedeutung von altus und die Redewendung: er ist mehrere Meter tief gefallen.


