Aufsatz 
Zur Reform des planimetrischen Unterrichts mit besonderer Rücksicht auf Realschulen / von Ernst Höbel
Entstehung
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Rudolf Schreiber, geboren am 3. August 1858 zu Usingen, evang., besuchte bis Ostern 1876 das Real- gymnasium zu Wiesbaden und studierte in Marburg und München. Am 6. Februar 1880 bestand er in Marburg die Staatsprüfung und legte von Ostern 1880 bis Ostern 1881 an der Musterschule zu Frankfurt a. M. sein Probe- jahr ab. Im April 1883 erwarb er sich den Doktortitel. 1883 1886 war er an der höheren Bürgerschule zu St. Goarshausen, 1886 bis Herbst 1888 an der Realschule von C. W. Debbe in Bremen beschäftigt. Von da bis Ostern 1889 nahm er am Unterricht der Königlichen Turnlehrer-Bildungsanstalt teil und erwarb die Lehrbefähigung für das Turnen und Schwimmen. Im Februar 1886 wurde er zum Seconde-Lieutenant der Reserve befördert.

Vom 21. Juni ab leistete Herr Oberlehrer Dr. Höbel eine achtwöchentliche militärische UÜbung ab. Seine Lehrstunden wurden zum Teil von den Amtsgenossen der Anustalt erteilt, zum anderen Teil übernahmen sie die Herren Dr. Mänz und Dr. Angersbach, wissenschaftliche Hilfslehrer vom Realgymnasium. Den beiden Herren sei auch an dieser Stelle für die Unter- stützung, die sie mit grosser Bereitwilligkeit der Schule haben zu teil werden lassen, unser Dank ausgesprochen.

Am 27. September fand in der Halle des Realgymnasiums ein Abturnen der drei Turu- abteilungen der Anstalt statt, welchem das gesamte Kollegium beiwohnte.

Durch Verfügung des Königlichen Provinzial- Schulkollegiums vom 17. Oktober wurde da Kandidat des höheren Schulamtes Herr Siegel der Anstalt als unbesoldeter Hilfslehrer überwiesen. Er übernahm einige Unterrichtsstunden der Herren Oberl. Dr. Höbel, Dr. Pohler und Dr. Schreiber. Am 18. Januar 1890 verliess er wieder die Anstalt, um an der Realschule in der Hedwigstrasse einen erkrankten und beurlaubten Kollegen zu vertreten.

Für die Ostern 1890 neu zu gründende Ober-Prima sind zwei neue Stellen geschaffen worden, eine ordentliche Lehrerstelle und eine wissenschaftliche Hilfslehrerstelle. Für die erstere ist, der wisseuschaftliche Hilfslehrer Herr Zergiebel von der Realschule zu Hanau gewählt worden, für die letztere Herr Bätjer, der bis Michaelis 1889 am hiesigen Wilhelmsgymnasium das Probejahr abgeleistet hat. Herr Bätjer ist seit Anfang Januar an der Schule als unbesoldeter Hilfslehrer thätig.

Herr Deiss, der seit Ostern 1888 vornehmlich als Gesang- und Turnlehrer an der neuen Realschule beschäftigt war, wird Ostern an die Bürgerschule 1 übergehen. Die Schule bedauert seinen Weggang lebhaft und wird ihm ein gutes Andenken bewahren. Als Ersatz ist eine halbe wissenschaftliche Stelle geschaffen worden, für welche der wissenschaftliche Hilfslehrer in Hofgeismar, Herr Beinhauer, in Aussicht genommen ist.

Die Geburts- und Todestage der in Gott ruhenden Kaiser Wilhelm I. und Friedrich wurden in der durch den Ministerialerlass vom 23. Juli 1888 vorgeschriebenen Weise begangen. Am Sedantage fand vormittags von 9 Uhr ab eine Schulfeier statt, bei welcher Gesänge und Gedicht- vorträge abwechselten. In der Festrede gab Herr Heinemann ein Bild des Krieges von 1870/71. Nachmittags unternahmen die Klassen unter Führung ihrer Ordinarien Ausflüge in die Umgegend und zwar die U. I. nach der Grauen Katze, die II. nach Wilhelmsthal, die III. und IV. auf das hohe Gras, die V. auf die Firnskuppe und die VI nach dem Herkules.

Turnfahnten wurden unternommen am 24. Mai von der V. und VI. auf die Baunsberge unter Leitung der Herren Deiss, Heinem ann und Allwohl; am 21. Juni von U. I. und II. über den Garenberg nach Münden unter Leitung der Herren Oberlehrer Förtsch und Dr. Kressner und an demselben Tage von III. und IV. über die Häringsnase nach Münden unter Leitung der Herren Dr. Pohler und Dr. Schreiber.

Der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm II. wurde am 27. Januar von morgens 9 Uhr im geschmückten Andachtssaale der Schule durch eine Feier begangen,