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III. Jahresbericht.
Mit Schluss des Schuljahres 1888/89 hörten die im Gebäude am Friedrich-Wilhelmsplatz befindlichen(c- Klassen der Realschule auf, Nebenklassen der Realschule in der Hedwigstasse zu sein. Sie wurden von da an als selbständige, im Ausbau begriffene neue Realschule betrachtet. Die Leituug der neuen Anstalt ging von dem Direktor der Realschule, Herrn Dr. A ckermann, an den Unterzeichneten über. Herr Direktor Dr. Ackermann hat nach der Ostern 1888 erfolgten Auflösung der Königl. höheren Gewerbe- und Handelsschule aus dem Schülerbestande dieser Anstalt und fast 100 Schülern der alten Realschule die fünf Klassen(VI— II), welche bestimmt waren, den Grundstock der neuen Realschule zu bilden, zu einem Ganzen vereinigt. Er hatte die schwierige Aufgabe zu lösen, die junge Anstalt in die neuen Verhältnisse hinüberzuleiten und sie zu einem Ganzen zu verschmelzen. Die Schule schuldet ihm für die Aufopferung und Hingebung, mit der er diese Aufgabe gelöst hat, dauernden Dank.
Am 13. April 1889 übergab Herr Direktor Dr. Ackermann dem Berichterstatter den gesamten Besitzstand der Anstalt.
Das Schuljahr begann am 29. April mit einer allgemeinen Lehrerkonferenz, auf welche die Aufnahmeprüfung der angemeldeten Schüler folgte. Der Unterricht nahm an dem nächsten Tage nach einer gemeinsamen Andacht seinen Anfang. Zu den fünf Klassen Sexta bis Sekunda trat die Unter-Prima als sechste hinzu.
Das Kuratorium bestand aus folgenden acht Mitgliedern, den Herren: 1. Oberbürgermeister Weise. 2. Stadtschulrat Bornmann. 3. Geh. Kommerzien-Rat Henschel. 4. Bankier Aug. Ludw. Pfeiffer. 5. Baumeister Potente. 6. Privatmann Tegethof. 7. Pfarrer Wagner und 8. dem Dirigenten.
Das Lehrerkollegium setzte sich im verflossenen Schuljahr folgendermassen zusammen: 1. Oberlehrer Dr. Quiehl, Dirigent. 2. Oberlehrer Förtsch. 3. Oberlehrer Dr. Höbel. 4. Dr. Kressner, ordentlicher Lehrer. 5. Dr. Pohler, ordentlicher Lehrer. 6. Dr. Schreiber, wissenschaftlicher Hilfslehrer(zugleich Turnlehrer). 7. Siegel, wissenschaftlicher Hilfslehrer (Oktober bis Januar). 8. Bätjer, wissenschaftlicher Hilfslehrer(seit Weihnachten). 9. Heine- mann, Elementarlehrer. 10. AIlwohl, Elementar- und Zeichenlehrer. 11. Deiss, beauftragt als Elementar-, Gesang- und Turnlehrer.
Durch Verfügung des Herrn Unterrichtsministers vom 18. März 1889 wurde Herr Dr. Höbel zum Oberlehrer ernannt.
Neu eingetreten sind von den oben genannten ausser dem Dirigenten die Herren Dr. Schreiber, Siegel und Bätjer, die beiden Erstgenannten zu Ostern 1889; sie füllten die beiden Lehrerstellen aus, welche durch die Schaffung der neuen Klassen nötig geworden waren.
Karl Quiehl, geboren am 23. Januar 1857 zu Rawitsch, besuchte bis 1874 das Realgymnasium seiner Vaterstadt und studirte darauf neuere Sprachen in Berlin, Genf, London, Paris und Kiel. Am 1. März 1879 be- stand er die Staatsprüfung und genügte vom 1. April 1879 bis zum 1. April 1880 seiner Militärpflicht. Am 1. April 1884 erwarb er zu Kiel den Doktortitel. Ostern 1880 bis Ostern 1881 war er an der Realschule(Hedwigstrasse) zu Kassel thätig; zuerst beauftragt mit Versehung einer ordentlichen Lehrerstelle, seit Ostern 1882 als ordentlicher Lehrer. Am 1. März 1883 bestand er nach zweimonatlichem Aufenthalt an der Königl. Turnlehrer-Bildungsanstalt die Turn- und Schwimmlehrerprüfung. Durch Ministerial-Erlass vom 29. Dezember 1888 wurde ihm der Titel „Oberlehrer“ verlichen. Durch Patent vom 18. Oktober 1881 wurde er zum Seconde-Lieutenant der Reserve befördort.


