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in ihrem Interesse mit dem Könige vereinigen.¹) An einen geheimen Candidaten der Städtepartei wird aber hier wohl niemand denken wollen. Wir legen hierauf ein besonderes Gewicht, weil bis jetzt alle„Beweise“ der vermuteten Absetzungsversuche Seitens der Fürsten in Versprechungen desselben oder ähnlichen Inhalts bestehen. Dieser Art. 21 des Nürnberger Herrenbundes enthält also gewissermaßen einen wiederholten Huldigungseid der Fürsten, das Versprechen derselben, dem Könige gegen Unbotmäßigkeit und Aufruhr Hilfe zu leisten. Das feste und erneute Versprechen ist die Gegenleistung der Fürsten für die gefügige Haltung des Königs, und die letztere bezeichnet einen Sieg der fürstlichen Politik. Doch mögen sich die Fürsten von dem Bunde leicht zuviel ver- sprochen haben; derselbe war und blieb in der Hauptsache doch nur eine Demonstration. Gewalt- sames Vorgehen gegen die unbotmäßigen Städte erfolgte nicht; vielmehr erscheint uns bald darauf der König als selbstständiger Vermittler zwischen den erbitterten Parteien.
Kapitel VI.
Der Vertrag zu Heidelberg.
Nachdem das Nürnberger Herrenbündnis einmal geschlossen war, die Städte aber ihren Beitritt zu einem derartigen Landfrieden verweigerten, konnte der König die Aufgabe, die dem Reichsoberhaupt aus einer sothanen Lage der Dinge erwuchs, nicht verkennen. Die Ruhe des Reiches verlangte eine Einigung zwischen den Fürsten und den Städten— eine Notwendigkeit, der sich die beiden Parteien selbst durchaus nicht verschlossen. Das Ziel der Politik Wenzels war klar, der Weg um so schwieriger.
Ein neuer Reichstag im September und Oktober 1883 zu Nürnberg blieb ohne Erfolg, obwohl ein Geschäftsausschuß, aus beiden Parteien gebildet, sich auf das eifrigste bemühte, die „sachen zu uͤbertragen“. ²) Quidde) vermutet mit Recht, daß König und Fürsten zunächst an dem Plane eines gemeinschaftlichen Landfriedensbündnisses festhielten, während die Städte wohl ein Ver- tragsverhältnis zwischen beiden Bünden anstrebten. Eine neue französische Gesandtschaft, die den König für den Papst Clemens zu gewinnen suchte, hatte die entgegengesetzte Wirkung, indem Wenzel in mehreren Ausschreiben Reichsstände und Städte zum treuen Ausharren bei Urban auf⸗ forderte.“) Zur beabsichtigten Romfahrt kam es jedoch nicht. Zeit und Mittel des Königs waren wohl durch die Vorgänge in Ungarn in vollem Maße in Anspruch genommen. Dort war am 11. September 1382 der alte König Ludwig von Polen und Ungarn gestorben. Wenzels Bruder Sigismund war verlobt mit Maria, der ältesten Tochter und Erbin Ludwigs. Diese wurde, 12 Jahre alt, zwar schon am 17. September in Stuhlweißenburg zum„rex Hungariae“ gekrönt, aber der damals 14 jährige Sigismund sollte erst nach jahrelangen Kämpfen gegen die Wittwe Ludwigs sowie gegen den von einer misvergnügten Partei nach Ungern gerufenen König Karl von Neapel das Erbe seiner Braut sein eigen nennen.“) Daß Wenzel in diesem Streit die Interessen seiner Familie nach Kräften
¹) Wie Voiss, König Wenzel und die römische Curie(Programm 1877) pag. XXV u. XXVI, in diesem Art. einen Beweis dafür sehen kann, daß die Fürsten schon in diesem Jahre»an dem Throne rütteln«(), ist mir unverständlich. ²) R. A. I, Nr. 232. ³²) Der schwäbisch-rheinische Städtebund, S. 4. ⁴) R. A. I, Nr. 224— 230. 5) Palacky, Gesch. von Böhmen, III.(1), S. 37 ff.


