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Inwiefern eignen sich die Flußläufe Skandinaviens sehr zur Anlage solcher Werke? Infolge des starken Gefälles, besonders der Wasserfälle und Stromschnellen, sind die skandinavischen Flüsse zum Antreiben solcher Sägewerke sehr geeignet. Auf die Verarbeitung des Holzes zu Streichhölzern weist die folgende Frage: Welcher bekannte Gebrauchsgegenstand wird in großen Mengen aus dem Holze hergestellt? Zur Anschauung dient eine Schachtel schwedischer Streichhölzer. Sie gibt zugleich die für die Streichholzindustrie wichtigste Stadt an. Es ist jönköpping an der Südspitze des Wettersees.
Der große Holzreichtum des Landes ist auch die Ursache geworden, daß die Papierfabrikation in Skandinavien größere Bedeutung erlangt hat.
Viel wichtiger aber als die Streichholzindustrie und die Herstellung von Papier ist der überseeische Versand von Holz, also der Holzhandel. Er richtet sich nach allen nördlichen Ländern Europas; auch Deutschland bezieht Holz von Skandinavien. Die Bedeutung des Holzhandels geht aus der Angabe hervor, daß die jährliche Holzausfuhr Schwedens allein ungefähr 150 000 000 M“*) beträgt.
Wie die Entwicklung der Wälder so steht auch der Ackerbau unter dem beherrschenden Einfluß des Klimas und der Bodenart. Seine Behandlung leite ich durch die Frage ein: Auf welchen anderen Erwerbszweig ist das Klima auch von großem Einfluß? Darauf folgt unmittelbar die Feststellung, daß Skandinaviens Ackerbau im allgemeinen nicht zu hoher Blüte gelangt sein kann. Die Gründe liegen eben darin, daß infolge des ungünstigen Klimas und des Fehlens lockerer Bodenschichten im größeren Teile der Halbinsel ein erfolgreicher Anbau der Kultur- pflanzen unmöglich ist. Ich lasse diese Gründe hier angeben, um aus ihnen abzuleiten, daß die Westküste und der Gebirgsrücken nur unbedeutenden Ackerbau haben. Die Fragen: Welcher Teil der Halbinsel hat aber günstigeres Klima und auch bessere Bodenverhältnisse? und: Was für eine Entwicklung hat deshalb der Ackerbau namentlich im südlichen Teil des östlichen Flachlandes genommen? ergeben, daß im südlichen Teil des östlichen Flachlandes der Ackerbau ein wichtiger Erwerbszweig geworden ¹st. Angebaut werden Roggen, besonders im Süden, Gerste im Norden, Hafer und Zuckerrüben. Auf die gewöhnlich mit, dem Ackerbau verbundene Viehzucht werden die Schüler durch die Frage geführt: Welcher Erwerbszweig ist fast immer mit dem Ackerbau verbunden? Daran schließt sich die Frage: Wie hat sich wohl die Viehzucht entwickelt? Die Viehzucht erstreckt sich besonders auf Pferde und Rinder. Aus dem Verlauf der nördlichen Grenzlinien der wichtigeren Kulturpflanzen erkennen die Schüler, daß der Norden der Halbinsel kaum noch Ackerbau hat. Dann weise ich darauf hin, daß aber noch in der Tundra die Viehzucht große Bedeutung hat. Pferde und Rinder, wie sie der Süden hat, können hier natürlich nicht gezüchtet werden. Durch die Frage: Welches Tier ist für die Bewohner der Tundra außerordentlich wichtig? wird festgestellt, daß hier das Renntier von hoher Bedeutung ist. Die Bedeutung des Renntieres ist darin zu erblicken, daß die Tundra ohne dieses Haustier von Menschen nicht bewohnt werden könnte. Diese Einsicht wird durch die Frage gewonnen: Welche Folge hätte wohl das Verschwinden des Renntieres für die Besiedelung der Tundra?
Das Ergebnis der Behandlung der Erwerbszweige liegt bis jetzt in der Erkenntnis, daß der Waldreichtum, der Ackerbau und die Viehzucht von großer Wichtigkeit für die Bewohner des östlichen Flachlandes, also Schwedens und des südöstlichen Norwegens sind. Die Frage: Für welche Teile der Halbinsel haben diese Erwerbszweige viel geringere Bedeutung? läßt die Schüler finden, daß für die Westküste und den Gebirgsrücken Waldbenutzung, Ackerbau und Viehzucht viel weniger in Betracht kommen, und daß auch hier ein Gegensatz zwischen dem Westen und Osten der albinsel besteht.
*) Die Zahlenangaben sind aus Gruber: Wirtschaftsgeographie II. Teil 2. Aufl. entnommen.


