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An die Besprechung der eben erwähnten Erwerbszweige schließe lich die Behandlung des Bergbaues an. Auch in der Entwicklung des Bergbaues ist das östliche Flachland von der Natur mehr begünstigt als der Westen der Halbinsel. Bei Falun wird Kupfer gegraben; Sala hat Silberbergwerke. Von viel größerer Bedeutung sind aber die Eisengruben von Dannemora in der Nähe von Upsala und die von Gellivara in Nordschweden. Der größere Teil der Eisenerze wird in Gefle und Lulea an dem Bottnischen Meerbusen und in Narvik an der Westküste nach England und Deutschland(30 000 000 M) verschifft. Ein anderes wichtiges Produkt des Bergbaues fehlt jedoch fast vollständig; es ist die Steinkohle.
Die Entwicklung des Bergbaues mußte, da sie von den Schülern nicht erschlossen werden kann, geboten werden. Deshalb bedarf sie auch einer eingehenderen Wiederholung. Diese gipfelt in der Feststellung, daß der Bergbau im östlichen Flachland zu hoher Blüte gelangt ist. Als weiterer für das Flachland wichtiger Erwerbszweig ist so der Bergbau neben Waldbenutzung, Ackerbau und Viehzucht zu stellen.
Von der Entwicklung dieser Erwerbszweige ist die der Industrie abhängig, denn sie liefern der Industrie die Rohstoffe zur Weiterverarbeitung. Da wo sich die genannten Erwerbszweige entwickeln konnten, da wird auch die Industrie zur Entfaltung gelangt sein. Dieser Gedankengang wird durch Fragen entwickelt. Welcher Erwerbszweig gründet sich auf Waldbenutzung, Ackerbau, Viehzucht und Bergbau? In welchem Zusammenhang stehen diese Erwerbszweige mit der Industrie? Wozu verarbeitet die Industrie die Rohstoffe? Wie hat sich denn wohl die Industrie Skandinaviens entwickelt? Die Antwort muß bringen, daß die Industrie im allgemeinen nicht zu hoher Blüte gelangt ist. Die Begründung dieser Erscheinung, die bei dem Reichtum des Landes an Bodenerzeugnissen immerhin auffallend ist, ergibt sich durch die Frage: Worin liegt die Ursache für die verhältnismäßig geringe Entwicklung der Industrie? Infolge des Mangels an Kohle konnte die Industrie bis jetzt keinen kräftigen Aufschwung nehmen. Einen wenn auch noch nicht voll ausgenutzten Ersatz für die fehlende Kohle hat aber Skandinavien in der im fließenden Wasser ruhenden Kraft. Darauf zielt die Frage: Worin hat aber die Natur dem Lande einen teilweisen Ersatz für jenes so wichtige Bergbauprodukt gegeben? Daher und mit Hilfe eingeführter Kohlen haben sich einige Zweige industrieller Tätigkeit entwickelt. Sie sind zum Teil schon oben genannt worden; des besseren Uberblicks wegen müssen sie jedoch hier nochmals erwähnt werden. Bekannt sind die Streichholzindustrie und die Herstellung von Papier. Die Antwort auf die Frage: Welcher Industriezweig hat sich wohl infolge des Reichtums an Eisenerzen entwickelt? fügt als dritten wichtigeren Industriezweig die Eisenindustrie hinzu. Durch die Frage: Welche Industriezweige haben also größere Bedeutung erlangt? werden die genannten drei zusammengefaßt. Daran knüpfe ich die Bemerkung, daß sich aber geschlossene Industriegebiete noch nicht entwickelt haben.
Alle diese Erwerbszweige haben nur im östlichen Flachland eine günstigere Ausbildung erfahren. Darauf werden die Schüler durch die Frage aulmerksam gemacht: Nur in welchem Teile Skandinaviens sind Ausnutzung des Waldes, Ackerbau und Viehzucht, Bergbau und Industrie von größerer Bedeutung? Die Frage: In welchem Teile der Halbinsel sind diese Erwerbszweige nur wenig oder gar nicht entwickelt? weist auf den Gebirgsrücken und die Westküste hin. S0 drängt sich dem Unterrichte die Frage auf: Womit sind denn die Bewohner dieser Teile Skandinaviens beschäftigt? Für den Gebirgsrücken ist diese Frage leicht zu beantworten; er ist infolge der Ungunst des Klimas und der Bodenverhältnisse nahezu unbewohnt. Die Beschäftigung der Bewohner der Westküste wird durch die Frage erkannt: Auf welche Erwerbszweige weist die Natur die Bewohner der Westküste? Die Bewohner sind Fischer, oder sie treiben Handel und Schiffahrt. Die wichtigsten Fischgründe liegen im Norden, so z. B. im West-Fjord zwischen den Lofot-Inseln und dem Festland. Gefangen werden hauptsächlich Heringe,


