Aufsatz 
Skandinavien im geographischen Unterricht der Quarta
Entstehung
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Durch das Eis wurde die lockere Erde fast überall in das Meer geschoben, und kahle Felsen blieben zurück. Aber in den Tälern blieb die Ackerkrume vielfach liegen; hier hat sich daher eine dichte Pflanzendecke gebildet. Zu dieser Erkenntnis führen die Fragen: Aber wo konnte wohl lockere Erde liegen bleiben? und: Wie hat sich deshalb in vielen Tälern die Pflanzenwelt entwickelt? Hier finden sich fruchtbare Acker und Wiesen, Obst- und Gemüsegärten; oder es haben sich kleinere Wälder ausgebildet. Auf das weite Vordringen der Nutzpflanzen nach Norden unter dem wärmenden Einfluß des Golfstromes weisen die Fragen hin: Wie weit gehen die Nutzpflanzen an der Westküste nach Norden im Vergleich zur Ostküste? Welche Linien in der Karte zeigen uns das? Wie ist es zu erklären, daß die Nutzpflanzen gerade an der Westküste so weit nach Norden vordringen können?

Die Ergebnisse werden zusammenfassend wiederholt.

Nun bleibt noch die Behandlung der Pflanzenwelt des östlichen Flachlandes. Die Frage: Wie hat sich die Pflanzenwelt im östlichen Flachland entwickeln können? wird dahin beantwortet, daß das östliche Flachland eine viel reichere Pflanzenwelt hervorgebracht hat als der Gebirgsrücken und die Westküste Die Begründung erfolgt auf die Frage: Warum kann das östliche Flachland ein dichteres Pflanzen- kleid haben? Ein immerhin noch günstiges Klima und vor allem eine bessere Ackerkrume sind die Gründe für die vollere Entwicklung der Pilanzenwelt. Weit ausgedehnte Wälder bedecken den größten Teil des Flachlandes und auch die östlichen und südöstlichen Abhänge des Gebirges. Das südliche Schweden ist infolge seiner Fruchtbarkeit eine Gegend mit blühendem Ackerbau geworden.

Im Anschluß an die Karte gehe ich jetzt auf die Zusammensetzung der Wälder ein. Unter Leitung durch Fragen wird aus der Karte gefunden, daß der Süden der Halbinsel besonders Laubwälder hat, und daß an ihre Stelle weiter nördlich Nadelwälder treten. Die Ursache dieser Verteilung von Laub- und Nadel- wald liegt in den verschieden hohen Anforderungen, die Laub- und Nadelhölzer an die Temperatur(und an den Boden) stellen. Wie weit die einzelnen Bäume nach Norden vordringen, ist aus den betreffenden nördlichen Grenzlinien zu ersehen. So0 finden die Schüler, daß die Eiche weiter im Norden vorkommt als die Buche, daß ein Laubbaum, die Birke, noch hoch im Norden gedeiht, daß Nadelwälder, besonders Fichtenbestände, bis weit in den Norden die Halbinsel bedecken, und daß alle diese Bäume an der Westküste höhere Breiten erreichen als im Osten. jenseits der Baumgrenze dehnt sich im äußersten Norden die Moossteppe, dieTundra aus. Ihre Pflanzenwelt ist in den Hauptzügen zu schildern. Eine gute Abbildung findet sich unter Hölzels geographischen Charakterbildern.

Mit einer Wiederholung hat die Besprechung der Pflanzenwelt Skandinaviens ihr Ende erreicht.*)

7. Erwerbszweige.

Mit Ausnahme der Fjelde und des westlichen Abhanges des Gebirges ist Skandinavien und besonders Schweden und das südöstliche Norwegen ein großes Waldland. An diese Angabe schließt die Frage an: Welche große Bedeutung hat das für die Bewohner der Halbinsel? Die Ausnutzung der großen Wälder muß ein wichtiger Erwerbszweig der Bewohner sein. Die Frage nach der Verwendung des Holzes wird dahin beantwortet, daß es als Brenn-, Bau- und Werkholz benutzt wird Die Verarbeitung des Holzes bietet manches Interessante. Sie wird in den folgenden Fragen behandelt. In welchen Einrichtungen werden die Baumstämme zerschnitten? An welchen Stellen hat man die Sägewerke wohl hauptsächlich angelegt? Warum gerade an Flußläufen?

*) Im Anschluß an die Pflanzenwelt müßte die von ihr abhängige Tierwelt besprochen werden. Die Behandlung der skandinavischen Tierwelt bringt den Schülern nur wenig Neues; deshalb kann von ihr abgesehen werden.