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verhältnisse? So kommt jetzt erst der Begriff„Klima“. Es folgen die Fragen: Was für ein Klima hat das östliche Flachland? Durch was für ein Klima ist dagegen die Westküste ausgezeichnet? Worin unterscheiden sich Westen und Osten Skandinaviens also ebenfalls. Damit ist festgestellt, daß die Westküste ein warmes, feuchtes Klima hat, und daß das Klima des östlichen Flachlandes kühler und trockener ist. Durch die Frage: Wodurch ist das warme, feuchte Klima der Westküste verursacht, wird darauf hingewiesen, daß das Meer die Ursache ist. Die Westküste hat also Küstenklima; im östlichen Flachlande herrscht dagegen Binnenklima.—
Mit einer Wiederholung, die wieder nur das Wichtige und Eigentümliche hervorhebt, schließt die Besprechung des Klimas.
6. Pflanzenwelt.
Das Klima ist von großem Einfluß auf die Entwicklung der Pflanzenwelt, denn Wärme und Wasser sind mit die Grundbedingungen eines gedeihlichen Wachstums der Pflanzen. Doch ein günstiges Klima allein ermöglicht noch keine üppige Entfaltung der Pflanzenwelt. Der Boden muß vielmehr den Pflanzen die Stoffe bieten, die zum Gedeihen unentbehrlich sind. Da wo der Boden diese Stoffe in genügender Menge enthält, und wo das Klima günstig ist, da kann sich die Pflanzenwelt reich entfalten. Von der Fruchtbarkeit des Bodens und vom Klima ist daher die Pflanzenwelt abhängig.
Auf die Behandlung des Klimas muß deshalb die der Pflanzenwelt folgen; dann ist auch hier der innere Zusammenhang äußerlich gewahrt. Die Pflanzenwelt Skandinaviens hat so viel Eigenartiges, daß es sich lohnt, auch im Unterricht längere Zeit auf ihre Besprechung zu verwenden. Die oben genannten Grundbedingungen für die Entwicklung der Pflanzenwelt werden zuerst noch einmal festgestellt. Aus ihnen kann die Entwicklung der Pflanzenwelt Skandinaviens erschlossen werden. Zunächst behandle ich den Gebirgsrücken. Die Frage: In welchem Teile Skandinaviens hat sich die Pflanzenwelt wohl schlecht entwickelt? läßt die Schüler finden, daß dies auf dem Gebirgsrücken der Fall sein muß. Die Begründung ergibt sich sofort durch die Frage: Warum konnte sich auf dem Gebirgsrücken keine üppige Pflanzen- welt entwickeln? Der Gebirgsrücken hat infolge seiner Höhenlage niedrige Temperaturen. Der Boden ist außerdem felsig, ihm fehlt eine Schicht guter Erde. Die Erklärung dafür liegt in der Tätigkeit der Eismassen der Eiszeit. Die Wirkung dieser Eismassen muß unter Anknüpfung an die Tätigkeit der Gletscher den Schülern erläutert werden. Daran schließt sich eine Schilderung der Pflanzenwelt des Gebirgsrückens, die auch auf die Ahnlichkeit dieser Pflanzenwelt mit der der Hoch- alpen und auf die Armut an Nutzpflanzen hinweist. Wegen der geringen Zahl von Nutzpflanzen bezeichnet die Karte„Verbreitung der wichtigeren Pflanzen“*) den Gebirgsrücken als unproduktiven Boden. Es liegt nahe, hier kurz auf die Bedeutung dieser Armut an Nutzpflanzen für die Besiedelung des Gebirgsrückens einzugehen.
Nach einer kurzen Wiederholung geht der Unterricht zur Betrachtung der Pflanzenwelt der Westküste über. Durch die Frage: Wie könnte sich die Pflanzen- welt dem Klima entsprechend an der Westküste ausgebildet haben? wird festgestellt, daß die Westküste eine üppige Pflanzenwelt haben könnte; denn sie hat ein für den Pflanzenwuchs günstiges Klima. In Wirklichkeit hat aber die Westküste im allgemeinen eine wenig reiche Pflanzenwelt. An diese Angabe knüpft sich die Frage: Worin nur kann der Grund für diese merkwürdige Erscheinung liegen? Sie muß in den Bodenverhältnissen begründet sein; es muß auch hier die Ackerkrume fehlen. Als Ursache dieses Fehlens erkennen die Schüler leicht wieder das Wirken der Eiszeit.
*) S. 109.


