6
Länge begleitet? Die den Schülern noch unbekannte Bezeichnung„Schären“ muß natürlich gegeben werden. Durch die folgende Frage wird festgestellt, daß fast immer mehrere Schären zusammenliegen. Ich füge hinzu, daß eine solche Ver- einigung„Schärenhof“ genannt wird und schließe daran die Frage an: Welche Inselgruppen sind die größten Schärenhöfe? Das sind die Lofot-Inseln und Vester- aalen. Die Lage der Schären vor der Küste, ihre Bodengestaltung und die Zusammensetzung aus denselben Gesteinen, wie sie die Küste aufweist, lassen auf die Entstehung der Schären schließen. Die Frage, die noch einmal auf die drei genannten Erscheinungen hinweist, führt die Schüler zu der Einsicht, daß die Schären zertrümmertes Festland sind.
Eine zusammenfassende Wiederholung beschließt die Besprechung der Westküste und des Gebirgsrückens.
Die Behandlung des östlichen Flachlandes leite ich durch einen Vergleich zwischen West- und Ostrand des Gebirgsrückens ein. Ahnlich wie im Westen fällt der Gebirgsrücken auch im Osten steil ab.(Allerdings findet auch an manchen Stellen ein allmählicher OÜbergang in das Flachland statt.) Bei geeigneter Frage- stellung erkennen die Schüler diese Verhältnisse leicht aus der Karte. Die zum Ziel führenden Fragen sind: Was für einen Abfall hat der Gebirgsrücken nach Westen? Welche Landschaft liegt östlich vom Gebirgsrücken? Wie fällt der Gebirgsrücken im allgemeinen nach Osten, also nach dem Flachlande zu ab? Was für Ränder hat der Gebirgsrücken im Westen und Osten? Zur Veranschaulichung dient wieder ein Querprofil. Der steile Abfall nach Osten ist von hoher Bedeutung für Skandinavien; denn er ist die Ursache der viele skandinavische Flüsse auszeichnenden Stromschnellen und Wasserfälle. Nun stellt der Unterricht die allgemeine Neigung des östlichen Flachlandes nach Südosten fest. Das wird leicht aus der Farbengebung und der Richtung der Flüsse erkannt. Aus der Geländedarstellung finden die Schüler ferner, daß der östliche Teil der Halbinsel nicht vollständig eben ist, daß er vielmehr von niedrigen Bodenschwellen durchzogen ist, und daß der südlichste Teil des Flachlandes, die Umgegend der großen Seen, die geringste Höhe über dem Meeresspiegel hat.
Das Flachland endigt in der Ostküste, deren Betrachtung einen Vergleich mit der Westküste erfordert. Die Frage nach den Unterschieden zwischen West- und Ostküste wird leicht dahin beantwortet, daß letztere eine Flachküste ist, und daß sie, obwohl auch verhältnismäßig stark gegliedert, viel schwächere Gliederung als die Westküste aufweist. Andererseits springt den Schülern auch eine Ahnlichkeit beider Küsten ins Auge. Denn auch die Ostküste ist von vielen kleineren aber hier flachen Inseln begleitet. Die größte Gruppe solcher Inseln sind die zu Rußland gehörigen Alands-Inseln. Größere Inseln an der Ostküste sind Oland und Gotland.
So ist die Besprechung der Bodengestaltung Skandinaviens zu ihrem Ende gelangt. Eine jetzt größere Wiederholung faßt nun die Ergebnisse unter Hervor- hebung des Wichtigeren derart zusammen, daß die Hauptzüge der Bodengestaltung scharf hervortreten und sich so dem GCedächtnis einprägen.
4. Bewässerung.
Von der Gestaltung der Oberfläche eines Landes ist die Ausbildung und Anordnung seiner Gewässer abhängig. An die Besprechung der Bodengestaltung muß sich daher, um dem inneren Zusammenhang auch äußerlich Ausdruck zu verleihen, die der Bewässerung anschließen. Die erste Frage weist die Schüler darauf hin, daß Skandinavien eine große Anzahl von Flüssen und Seen hat. Dann folgt die Frage: In welchem Teil der Halbinsel entstehen die Flüsse fast alle? So wird das Gebirge mit seinen Eis- und Schneefeldern als die Ursprungsstätte der Flüsse erkannt. Die Fragen: Nach welchen Richtungen fließen Flüsse vom Gebirge


