Aufsatz 
Skandinavien im geographischen Unterricht der Quarta
Entstehung
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ab? und: Wie können wir daher die Flüsse Skandinaviens einteilen? ergeben eine Gruppierung der Flüsse in solche, die im allgemeinen nach Südosten, also zur Ostküste fließen und in solche, die der Westküste zueilen. Diese werden an der Hand der Karte in bezug auf ihre Länge und ihr Gefälle untersucht. Durch die Fragen: Was für eine Länge haben die Flüsse der Westküste? Warum konnten sich an der Westküste keine größeren Flüsse ausbilden? finden die Schüler, daß im Westen größere Flüsse fehlen müssen, daß nur kleinere Küstenflüsse entstehen konnten. Auch die Eigentümlichkeit dieser Küstenflüsse, daß sie vielfach in Wasserfällen zum Meere abstürzen, läßt sich leicht entwickeln. Was für eine Küste ist die Westküste infolge des Herantretens des Gebirges an das Meer? Durch welche Erscheinungen müssen manche Flußläufe ausgezeichnet sein? Daran schließe ich die Frage: Was für einen Anblick gewähren deshalb viele Flußtäler der Westküste? Die Antwort, daß viele Täler landschaftlich schön sind, wird durch die Frage: Was für eine Küste ist die Westküste infolge der vielen Wasserfälle, durch die zahlreichen Fjorde und die Schären? dahin erweitert, daß die Westküste fast in ihrer ganzen Ausdehnung von hoher landschaftlicher Schönheit ist. Diese Stelle bietet eine geeignete Gelegenheit, auf die Bedeutung der skandinavischen Westküste als Ziel des Fremden- verkehrs hinzuweisen.

Dann geht der Unterricht zur Besprechung der Flüsse der Ostküste über. Zuerst wird noch einmal die allgemeine Richtung dieser Flüsse nach Südosten fest- gestellt. Darauf folgt die Frage: Warum fließen alle Flüsse nach Südosten? Der Grund liegt in der allmählichen Abdachung des Flachlandes nach dieser Richtung. Wie oben der Vergleich der Bodengestaltung beider Küsten, so ist auch der zwischen den Flüssen der Ost- und Westküste recht lehrreich. Die Frage: Wodurch unterscheiden sich die Flüsse des Flachlandes auffallend von denen der Westküste? bringt die Erkenntnis, daß die Flüsse des Ostens viel länger sind als die des Westens. Die Erklärung dieser Erscheinung wird durch die Frage erzielt: Warum konnten sich im Osten größere Flüsse als im Westen ausbilden? Nur im Flachland ist die Möglichkeit zur Entwicklung größerer Flußläufe gegeben.

Oben wurde des steilen Abfalles des Gebirges zum Flachland gedacht; jetzt muß der Unterricht daran anknüpfen. Das geschieht in der Frage: Welche Folgen hat der steile Abfall des Gebirges für viele Flußläufe? So ergibt sich, daß sich ähnlich wie in den Flüssen der Westküste auch in denen des Ostens vielfach Strom- schnellen und Wasserfälle finden müssen Darin gleichen sich also die Flüsse der beiden Gruppen Als Beispiel eines solchen Wasserfalles schildere ich die groß- artigen Trollhätta-Fälle im Göta-Elf. Durch eine Frage nach der Zahl der Wasserfälle hebe ich den Reichtum Skandinaviens an solchen Naturschönheiten noch besonders hervor; denn die Ausnützung der in ihnen ruhenden elementaren Kraft ist von hoher Bedeutung für Skandinaviens Industrie. Die Frage: Welchen Nachteil bringt aber dieser Reichtum der Flüsse an Stromschnellen und Wasserläufen mit sich? läßt die Schüler finden, daß sich die Flüsse zur Schiffahrt nicht eignen. Auf eine fast allgemeine Erscheinung weist die folgende Frage hin: Wodurch ist bei vielen Flüssen die Stelle ausgezeichnet, an der der Fluß aus dem Gebirge heraustritt? Hier liegen die Seen, die ihre Entstehung der Tätigkeit des fließenden Eises verdanken.

Viel weniger Zeit als auf diese allgemeinen Verhältnisse verwende ich auf einzelne Flüsse der Halbinsel. Die bei den meisten Flüssen wiederkehrende BezeichnungElf« muß erklärt werden. Zu erwähnen und zu merken brauchen die Schüler nur den Tornea-Elf als Grenzfluß gegen Rußland, den Göta-Elf und den Glomm als den größten Fluß Skandinaviens. Auch auf die zahlreichen Seen beziehen sich nur wenige Fragen. Was für eine Zahl von Seen hat Skandinavien? In welchem Teile Skandinaviens liegen die größten Seen? Welches sind die vier großen Seen in Südschweden? Welches ist der größte?(Wener-See, so groß wie die bayrische Pfalz). Die künstliche Verbindung dieser Seen lieferte unter Umgehung der Trollhätta-Fälle durch einen Kanal einen kurzen Schiffahrtsweg zum Skager Rak