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erinnert, daß die Granitblöcke, die Findlinge des Norddeutschen Tieflandes, die von den Eismassen der Eiszeit nach Deutschland getragen worden sind, aus der Halb- insel Skandinavien stammen. Der Granit wird als„schwedischer Granit“ ausgeführt und zu Denkmälern verarbeitet. Die durchschnittliche Höhe des Gebirgsrückens mit nahezu 1000 m läßt sich durch einige Höhenangaben aus dem Atlas bestimmen. Auch der Namen der Hochflächen ist durch die Karte gegeben; sie heißen„Fjelde“. Diese Fjelde müssen den Schülern so geschildert werden, daß sie in ihren Eigentümlichkeiten erkannt werden. Aus der Karte finden die Schüler, daß die größten Fjelde im Süden liegen, und daß viele vergletschert sind. Solche Fjelde sind Jostedals Brä, Jötun-Fjeld und Dovre-Fjeld. Die Gründe der starken Ver- gletscherung— die bedeutende Höhe über Meeresspiegel und die hohe geographische Breite— werden fragend entwickelt. Im Süden des Gebirgsrückens liegen auch die bekanntesten und mit die höchsten Berge der Halbinsel, der Galdhöpig 2600 m und der Snehättan 2300 m. In ihrer Höhe können sie mit der Zugspitze verglichen werden. Der Höhe und der Vergletscherung nach läßt sich der Gebirgsrücken mit den Alpen überhaupt vergleichen.
Zur Befestigung der Ergebnisse findet wieder eine Zusammenfassung statt, die sich auf die Zweiteilung der Halbinsel, die Art des Gebirges, die Fjelde, die höchsten Erhebungen und den Vergleich mit den Alpen erstreckt.
Im natürlichen Anschluß an die Besprechung des Gebirgsrückens gehe ich auf die Gliederung der Westküste ein. Gerade die Westküste bietet vieles, was in hohem Maße geeignet ist, das Interesse der Schüler zu fesseln. Zur Überleitung stelle ich die Fragen: Wodurch ist der skandinavische Gebirgsrücken im Westen begrenzt? Wie fällt das Gebirge nach dem Meere zu ab? Was für eine Küste muß daher die Westküste sein? Die Frage: Wodurch ist diese Steilküste aus- gezeichnet? ergibt die Feststellung der überaus starken Gliederung. Dann behandle ich die Länge der Westküste, die Meereseinschnitte und die die Küste begleitenden Inseln. Das geschieht in folgender Weise: Was für eine Zahl von Einschnitten hat die Westküste? Was für eine Länge bekommt dadurch die Westküste? Zur Veranschaulichung genügt die Angabe, daß die wirkliche Länge der Küste siebenmal so groß ist als die in gerader Linie gemessene. Mit welchem gemeinsamen Namen bezeichnet man diese Einschnitte? Nennt größere Fjorde! Hardanger und Sogne- Fjord werden gemerkt; die Länge des Sogne-Fjords mit 160 km wird aus der Karte entnommen. Aus der Karte und an der Hand des Bildes vom Hardanger Fjord*) lassen sich die Eigentümlichkeiten der Fjorde ableiten? Was für Küsten haben die Fjorde? Wie ändert sich die Breite der Fjorde nach dem Lande zu? Die Antwort auf die Frage: Was für Meereseinschnitte sind also die Fjorde? faßt die Merkmale der Fjorde etwa in folgender Weise zusammen: Die Fjorde sind steilwandige nach dem Lande zu schmäler werdende Meereseinschnitte. Eine gute Charakteristik der Fjorde kann jedoch des Hinweises auf ihre Entstehung nicht entbehren. Die große Ahnlichkeit der Fjorde— namentlich der größeren— mit Tälern fällt auch dem ungeüibteren Auge der Schüler auf. Es bedarf daher nur noch der Anleitung, und die Schüler erkennen, daß die Fjorde überschwemmte Talbildungen sind. Die Fragen: Womit haben die Fjorde, namentlich die größeren, viel Ahnlichkeit? Auf welche Weise sind die Fjorde wohl entstanden? ergeben die nötige Erkenntnis. Die Schilderung eines Fjordes findet hier eine geeignete Stelle. Die Fjorde und besonders ihre Entstehung unter Mitwirkung der riesigen Eisströme eingehender zu behandeln, halte ich noch nicht für ratsam.
Die Besprechung der Westküste hat noch den Begriff„Fjordküste“ zu erbringen. Das geschieht in der einen Frage: Wie nennt man wohl eine Küste mit vielen Fjorden? Zum Schluß lenke ich die Aufmerksamkeit der Schüler auf die Inseln der Westküste, die„Schären“. Wovon ist die Westküste in ihrer ganzen
*) Geistbeck und Engleder: Geogr. Typenbilder.


