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erstreckung hat demnach Skandinavien? Wohin weist so schon die Natur die Bewohner der Halbinsel? Welcher Erwerbszweig ist also wohl von größerer Bedeutung für die Bewohner Skandinaviens?
Einer eingehenderen Besprechung bedarf die Nordostgrenze. Die Tatsache, daß der flache Teil Skandinaviens im Nordosten mit dem russischen Flachland in Verbindung steht, kann bei entsprechender Leitung durch die Frage leicht aus der Karte herausgelesen werden. Ich stelle die Fragen: Inwiefern fehlt im Nordosten eine natürliche Grenze? Was für eine Landschaft erstreckt sich hier ohne bedeutendere Unterbrechung? Zu welchem großen Flachland könnte man daher diesen FTeil Skandinaviens rechnen. Bis in welche Halbinsel erstreckt sich also das russische Flachland? Welcher Fluß dient als Grenze gegen das russische Reich?
Zur Befestigung der Ergebnisse lasse ich wieder eine Zusammenfassung eintreten. Was für Grenzen hat Skandinavien hauptsächlich? Wo nur fehlt eine natürliche Grenze? Gib jetzt die Grenzen Skandinaviens im Zusammenhang an!
3. Bodengestaltung.
Die Betrachtung der Grenzen hat die Umrisse der Halbinsel festgestellt. Nun wendet sich der Unterricht dem zwischen diesen Grenzlinien liegenden Lande zu; er geht zur Behandlung der Bodengestaltung über. Ihre Grundbegriffe Ebenheit und Unebenheit ergeben für Skandinavien eine Zweiteilung, die auch von den Schülern sofort erkannt wird. Es bedarf nur der Frage: In wieviel Teile zerfällt Skandinavien nach seiner Bodengestaltung? Der östliche Teil ist Flachland; er wird deshalb als„östliches Flachland“ bezeichnet. Der westliche Teil kann seiner Bodengestaltung entsprechend zunächst„westliches Gebirge“ genannt werden. Schon hier weise ich darauf hin, daß das östliche Flachland zum größten Teil zu Schweden gehört, und daß der weitaus größte Teil des Gebirges in Norwegen liegt. Der irrigen Ansicht, daß die Trennungslinie zwischen Gebirge und Flachland, also der Glint, mit der politischen Grenze beider Staaten zusammenfalle, beuge ich durch die Fragen vor: Mit welcher Linie fällt aber die Trennungslinie zwischen Gebirge und Flachland nicht zusammen? Wie verläuft vielmehr die politische Grenze beider Staaten?—
Zunächst behandle ich den westlichen gebirgigen Teil und beginne die Besprechung mit der Frage: Was für eine Landschaft nimmt den westlichen Teil Skandinaviens ein? Darauf folgt die Frage: In welcher Richtung erstreckt sich das Gebirge? Diese Frage ist insofern von Bedeutung, als die Richtung des Gebirges zugleich die der ganzen Halbinsel ist. Da die Länge des Gebirges die Breite weit übertrifft, sind die Schüler leicht geneigt, das Gebirge als Ketten- oder Falten- gebirge zu bezeichnen. Auch aus diesem Grunde ist es nötig, den Charakter des Gebirges klarzustellen. Das geschieht auch wieder in fragender Form. Für was für ein Gebirge könnte man das skandinavische Gebirge wegen seiner Längs- erstreckung leicht halten? Damit gehe ich scheinbar auf jene unrichtige Vorstellung ein; aber schon die sich anschließende Frage zwingt den Schüler zum genaueren Betrachten der Karte. Inwiefern zeigt uns die Karte, daß das Gebirge kein Ketten- gebirge ist? So wird festgestellt, daß Ketten nicht vorhanden sind, und daß vor allem ein Kamm fehlt. Dann lasse ich die Schüler finden, daß die Oberfläche des Gebirges aus mehr oder minder großen Hochflächen besteht und gebe dann den Begriff„Gebirgsrücken“. Zur Veranschaulichung dieses Begriffs leistet ein Querprofil gute Dienste. Wie die Karte*) zeigt, besteht der Gebirgsrücken zum größten Teil aus Urgesteinen, so z. B. aus Gneis und Granit. Bei dieser Feststellung wird daran
*) S. 80: Geologische Obersicht.


