Aufsatz 
Warum ist Schiller populärer als Goethe? / von Julius Heuser
Entstehung
Einzelbild herunterladen

39

Um dieſes experimentell zu ermitteln und nachzuweiſen, ſind mehrfache Fallverſuche z. B. von Benzenberg im Jahre 1802 und 1803 im Michaelisturm zu Hamburg angeſtellt worden, wobei ſich für die geogr. Breite dieſer Stadt eine öſtliche Abweichung von 3,95 Par. herausſtellte. Ein anderer Verſuch wurde von Reich im Jahre 1831 im Dreibrüderſchacht zu Freiberg ausgeführt. Beſonders ſind es Gauß und Olbers geweſen, die dieſe Aufgabe der höheren Mathematik unterworfen haben.

2) Die Correction des Secundenpendels. Ein Scecundenpendel bedarf für Orte ver⸗ ſchiedener geographiſcher Breiten einer gewiſſen Correction in Bezug auf ſeine Länge, welche durch die infolge der Rotation der Erde um ihre Axe entſtehende Schwungkraft begründet iſt.

Um daher die wahre Länge des einfachen Pendels zu beſtimmen, welche notwendig wäre, wenn die Erde ruhte, muß man den Bruch 219(als das Verhältnis der Schwungkraft zur Schwere unter dem Aquator) mit dem Quadrate des Coſinus der geographiſchen Breite des Orts multiplicieren und die gefundene Größe zu der beobachteten Länge des Pendels zuſetzen. Die Richtigkeit hierfür ergiebt ſich ſchon aus den oben angeſtellten Betrachtungen.

3) Die ſphäroidiſche Geſtalt der Erde läßt ſich ebenfalls durch die Einwirkung der Schwungkraft erklären, wenn man annimmt, daß dieſelbe in ihrem Anfange aus einer feurig⸗flüſſigen Maſſe beſtand. Sehr ſchön und belehrend zeigt dieſes wie überhaupt das Kant⸗Laplace'ſche Weltbildungs⸗ ſyſtem der Plateauſche Verſuch:(Rotierende Olkugel in einer Waſſer⸗ Weingeiſtmiſchung von gleichem ſpecifiſchen Gewicht. Dieſelbe plattet ſich ab, nimmt Ringform an und löſt ſich in kreiſende Kugeln auf.) Die Cohäſion der Olteilchen ſtellt uns hierbei die Erdſchwere dar.

Da nun die Schwungkraft von der Erdſchwere entnommen wird und dieſes, wie wir geſehen haben, am meiſten unter dem Aquator geſchieht, ſo muß ſich hier, um den Gegendruck herzuſtellen, eine größere Waſſermenge anhäufen.

4) Die Wirbel, welche wir im fließenden Waſſer beobachten, hängen auch von der Wirkung der Schwungkraft ab. Sie ſind auf folgende Weiſe zu erklären: Die mit ziemlich bedeutender Geſchwindig⸗ keit um einen Mittelpunkt laufenden Waſſerteilchen ſtreben, ſich vom Mittelpunkt zu entfernen. Da aber das umgebende Waſſer dieſes nicht geſtattet, ſo ſteht das Waſſer am Rande des Wirbels höher, in der Mitte tiefer und hier oft ſehr viel tiefer, wo der Platz nur mit Schaum, welches Luft iſt, die nur ſehr wenig Waſſer zwiſchen ſich hat, angefüllt iſt. Die Wirbel entſtehen dadurch, daß verſchiedene Strömungen zuſammenſtoßen. Auch die durch die Luftſtrömungen erzeugten Wirbel entſtehen oft durch analoge Einflüſſe.

§. 16. Phyſikaliſche Wirkungen der Schwungkraft.

1) Die Kreisbewegung einer an einem Faden herumgeſchwungenen Maſſe. Iſt die Länge des Fadens, an welchem eine Maſſe im Kreiſe herumgeſchwungen wird, gleich, ſo iſt dazu

2 4r nötig, wenn die

nach dem Früheren die auf die Maſſeneinheit wirkende, beſchleunigende Kraft Maſſe in! Secunden einmal herumgeſchwungen wird. Beſteht der Körper nun aus ſolcher Maſſen⸗ 112! Wollen wir nun diejenige Umdrehungszeit wiſſen, bei welcher entſtehenden Geſchwindigkeit der Faden, welcher, wie bekannt ſein muß, im ruhenden Zuſtande zn ſolcher Maſſeneinheiten zu tragen vermag, reißen wird, ſo haben wir zur Beſtimmung die größte Kraft des Fadens= ng. Dieſes muß aber auch das Maximum der Schwungkraft ſein. Es beſteht daher die Gleichung: 4 1. 91 u 35

einheiten, ſo muß dieſe Kraft: ſein.

= ng oder: t= 2 1G