1 Da nun die Zeit?! des Umlaufs 1 Jahr= 365,2422 Tage zu 86400 Secunden beträgt und die Entfernung der Erde von der Sonne= 24000 Erdradien iſt, ſo folgt: 3 — eles eeen eihe„d. h.*= 355,550 Erdkugeln würden die Maſſe der Sonne ergeben.
Hieraus läßt ſich wiederum leicht die Dichtigkeit und fernerhin die Schwerkraft auf der Sonnen⸗ oberfläche berechnen, was jedoch nicht in das Gebiet unſerer Aufgabe fällt.
4) Der Mond kehrt der Erde ſtets dieſelbe Seite zu. Werden zwei gegeneinander⸗ geneigte Glasröhren, welche Waſſer und Queckſilber enthalten, vermittelſt eines Geſtelles auf der Schwung⸗ maſchine befeſtigt, ſo wird bei der Rotation das Queckſilber infolge ſeines größeren ſpecifiſchen Gewichts die äußere, und das Waſſer die innere Stelle einnehmen.
Hierauf geſtützt, können wir die Stellung des Mondes zur Erde erklären. Infolge der großen Geſchwindigkeit und des kleinen Krümmungsradius der Mondbahn gelangt die Centrifugalkraft in der⸗ ſelben zu großer Geltung; es müßten daher die ſchwereren Maſſen nach der jenſeitigen Hälfte des Mondes gehen und nun den Mond durch ihre Centrifugalkraft in dieſer Stellung erhalten. Zugleich erhellt hieraus, daß der Schwerpunkt des Mondes jenſeits ſeines Mittelpunktes liegt. Nach Hanſen folgt hieraus, daß der Mond der Erde immer dieſelbe Seite zukehrt und daß ſeine Rotationszeit gleich der Umlaufszeit desſelben um die Erde iſt. Nach ihm beträgt die Entfernung des Schwerpunktes vom Mittelpunkt 8 Meilen.—
§. 15. Die Schwungkraft auf der Erdoberfläche.
1) Verminderung der Schwerkraft durch die Rotation. Infolge der Rotation der Erde ſind alle an deren Oberfläche befindlichen Körper gezwungen, je nach ihrem Ort größere oder kleinere Parallelkreiſe um die Erdaxe innerhalb 24 Stunden zu beſchreiben. Hierdurch wird denſelben eine Schwungkraft verliehen, welche der Schwerkraft der Erde entnommen wird. Je größer daher die Schwungkraft eines Körpers an iirgend einem Orte iſt, um ſo kleiner muß die Schwere desſelben ſein. Die Körper, welche ſich nun am Aquator befinden, beſchreiben in jenen 24 Stunden größere Kreiſe als jene, welche mehr nach den Polen der Erde hin liegen. Daher muß den erſteren, um in gleicher Zeit mit den letzteren einen größeren Weg zurücklegen zu können, eine größere Schwungkraft verliehen werden, um welchen größeren Betrag alsdann die Schwerkraft vermindert wird. Daher kommt es, daß dieſe am Aquator am kleinſten, an den Polen hingegen am größten iſt.
Dieſe Erſcheinung läßt ſich leicht an einer Spiralfeder wahrnehmen, an welcher ein Gewicht befeſtigt iſt. Dieſelbe wird ſich nach den Polen hin mehr ausdehnen, während ſie ſich nach dem Äquator hin zuſammenzieht.
a) Um die Größe der Schungkraft unter dem Aquator zu berechnen, ſetzen wir den Erdradius gleich und die Umdrehungszeit der Erde!= 86164 Secunden. Alsdann iſt die unter dem Aquator herrſchende Schwungkraft fo:
4 712.. T 80000000⸗.. 750= 2= 861612 4 Meter; d. h. †o= 3,385 cm.
Um alſo einen Körper unter dem Aquator in einer Kreisbahn zu erhalten, genügt eine Kraft, welche am Ende der erſten Secunde demſelben die Geſchwindigkeit von 3,385 cm verleiht. Da nun die Schwerkraft der Erde 9,8126 m iſt, ſo iſt die Schwungkraft 3,385 cm, der 289,87te
Teil derſelben; es iſt alſo c„= ges g; welches Reſultat, wie wir in der Einleitung bemerkten, ſchon 9,
Huygens gefunden hat. Es wird alſo die Erdſchwere unter dem Aquator um den 289,87ten Teil durch
die Schwungkraft vermindert; und das Gewicht der Körper iſt hier um ſo viel kleiner, als es ſein würde,
wenn die Erde nicht rotierte. Dieſe Verminderung der Erdſchwere ſteigt von den Polen bis zum Aquator 1, 1
von 389 bis auf 200


