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von ungleicher Länge in derſelben Zeit Schwingungen vollbrachten, deren Anzahl ſich umgekehrt wie die Quadratzahlen der Längen verhielten. Er war ſomit der erſte, welcher krummlinige Bewegungen nach mathematiſchen Geſetzen beſtimmte.
Die Eigenſchaften der Bewegung überhaupt lehrte Carteſius noocch vollſtändiger als Galilei, wenn auch die Beſtimmung und Feſtſetzung der Begriffe nicht ſehr glücklich war.
Einen richtigeren Begriff von der Schwere als Galilei hatte ſchon deſſen Zeitgenoſſe Kepler. Er beſchränkt dieſelbe nicht blos auf die Körper unſerer Erde, ſondern erſtreckt ſie auf den Mond, die Sonne und die Planeten, damit dieſe durch ein gegenſeitiges Anziehen in ihren Bahnen erhalten würden.
Die Schwere, ſagt er, iſt ein körperliches und gegenſeitiges Beſtreben ähnlicher Körper, ſich mit einander zu vereinigen.
Es glückte indeſſen vor Newton keinem, nur irgend ein Geſetz der Gravitation zu entdecken, worauf wir ſpäter noch eingehen wollen.
Hatte Galilei ſchon Unterſuchungen über die Pendelbewegung angeſtellt, ſo war die Anwendung der Pendel zu Uhrwerken ſeit dem Jahre 1656 Huygens' Hauptbeſchäftigung, und ſeine Unterſuchungen waren von ſo glücklichem Erfolg, daß er im Stande war, ſeine Theorie mit der Anwendung der Pendel unter dem Titel:„horologium oscillatorinum sive de motu pendulorum ad horologia aptato demon- strationes geometricae“ im Jahre 1673 zu Paris zu veröffentlichen.
Durch die Unterſuchungen in der Lehre vom Pendel wurde Huygens auf eine ganz neue Lehre geleitet, welche mit den Schwingungen der Pendel im Kreiſe große Ähnlichkeit hat; es ſind dies ſeine wichtigen Geſetze von der ſogenannten Centrifugal-, Flieh- oder Schwungkraft. Dieſe Geſetze ſind dem ſoeben angeführten Werk, jedoch ohne Beweis angehängt. In der nach ſeinem Tode veröffentlichten Sammlung„opuscula postuma“ ſind ſie mit Beweiſen in einer beſonderen Abhandlung„de vi centri- fuga“ zuſammmengeſtellt, wovon, wir die wichtigſten im§. 7 vorliegender Arbeit angeführt finden. So hat Huygens die bis dahin noch wenig ausgebildete, nach Geſetzen vor ſich gehende krummlinige Bewegung weſentlich bereichert.
Bisher hatte man die Erde als eine vollkommene Kugel betrachtet und unter dieſer Annahme verſucht, ihre Größe zu beſtimmen. Indeſſen hatten die zu jener Zeit angeſtellten Gradmeſſungen ſowie die verſchiedenen Schwingungszahlen des Sekundenpendels an verſchiedenen Orten der Erde Reſultate ergeben, welche mit jener Annahme nicht in Einklang zu bringen waren. Aus den gemachten Beob⸗ achtungen, daß ſich die Schwere nach dem AÄquator hin vermindere, wurde Huygens durch ſeine Geſetze von der Sehwnnöbrmegung im Kreiſe auf den Gedanken geleitet, daß diejenigen Teile der Erd., welche durch den Schwung eine Verminderung der Schwere gegen den AÄquator hin erlitten hätten, mit den ſchweren Teilen gegen die Pole hin ſich unmöglich das Gleichgewicht halten könnten unter der Annahme der Kugelgeſtalt der Erde. Er zeigt, daß die Erde die Geſtalt eines an den Polen zuſammengedrückten und abgeplatteten Sphäroid hat, und beweiſt es an einer rotierenden weichen Thonkugel. So war gezeigt, daß der Durchmeſſer des AÄquator größer als die Axe ſein mußte. Er berechnete zufolge dieſes Experi⸗ ments die Größe der Schwungkraft und fand ſie unter dem AÄquator. der Schwere ohne jedoch Rück⸗ ſicht auf die verſchiedene Schwere in verſchiedenen Abſtänden vom Mittelpunkt zu nehmen. Ferner bewies er, daß bei 17 mal ſchnellerer Rotation der Erde, alſo bei 289 mal größerer Schwungkraft, die Schwere unter dem Äquator gleich Null ſein würde. Alsdann würde die Erde die größte Abplattung haben und der Durchmeſſer des Aquators doppelt ſo groß als die Erdaxe ſein. Bei einer noch ſchnelleren Drehung würden die Teile am Äquator nicht mehr von der Schwere zurückgehalten werden können.— Dieſe Erfolge erzielte Huygens infolge ſeiner Lehre von der Centrifugalkraft.
Newton, welchem es gelang, unter Berückſichtigung der bekannten Keplerſchen Geſetze durch eine fruchtbare Anwendung der höheren Mathematik das Geſetz der Gravitation der Himmelskörper


