Aufsatz 
Warum ist Schiller populärer als Goethe? / von Julius Heuser
Entstehung
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II

Die Centralbewegung.

Entwickelung der einſchlägigen Geſetze und Zuſammenſtellung der auf ihnen beruhenden Verſuche und Erſcheinungen.

Von

Dr. Karl VDölker.

Einleitung.

Ein Blick in die Natur genügt, um die Überzeugung zu gewinnen, daß es die Bewegung iſt, welche derſelben Leben und wirklichen Zuſammenhang verleiht. Es kann daher nicht überraſchend er⸗ ſcheinen, daß man ſchon in den früheſten Zeitaltern verſuchte, ſich richtige Begriffe von derſelben zu bilden, wozu beſonders die Bewegung der größeren Himmelskörper eine nennenswerte Veranlaſſung gab Daß indeſſen die erſten Vorſtellungen von der Bewegung ſehr unvollkommen waren, iſt leicht erklärlich, da wohl bei keiner anderen Erſcheinung die Täuſchung häufiger vorkommen kann als gerade bei der Bewegung. So waren ſchon Jahrhunderte vergangen und man hatte noch die irrigſten Vor⸗ ſtellungen von derſelben. Trotzdem findet man bei einigen Phyſikern der damaligen Zeit eine Reihe der verſchiedenartigſten Bewegungen aufgezeichnet, denen allerdings ein unrichtiges Princip der Einteilung zu Grunde liegt.

Einen Aufſchwung erfuhr die Bewegungslehre erſt durch Galilei. Bis auf ihn hatte man weder von der Schwere, noch vom Drucke, noch vom Stoße, noch von irgend einer bewegenden Kraft einen richtigen Begriff; es waren alſo bis zu dieſer Zeit alle Geſetze der Bewegung unbekannt. Ihm gebührt das Verdienſt, die Bewegung des freien Falls der Körper in Folge der Schwere entdeckt zu haben. Er betrachtet die Schwere, ohne noch über ihr Weſen Klarheit zu haben, blos als eine Kraft, welche ſtetig und unaufhörlich auf jeden Körper wirkt, und ſtellte durch geometriſche Betrachtungen und Verſuche die Fallgeſetze feſt. ÜUber die Bewegung im Allgemeinen ſetzte er 5 Geſetze feſt und machte ſie ſpäter in ſeinen mechaniſchen Abhandlungen bekannt. An die Betrachtungen über den freien Fall der Körper knüpfte er zugleich die über den Fall derſelben auf der ſchiefen Ebene. Nebſt dieſen ſind ihm auch die erſten Unterſuchungen über die Pendelbewegung zu verdanken, worauf er durch die ſchon in ſeiner Jugend gemachte Beobachtung geführt wurde, daß verſchiedene in Kirchengewölben gleich lang herabhängende Lampen gleichzeitige Schwingungen machten. Hierauf geſtützt fand 85 daß Pendel