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III. Chronik des Gymnasiums.
Das neue Schuljahr wurde Montag den 14. April nachmittags 5 Uhr, nachdem morgens die Aufnahmeprüfung stattgefunden hatte, mit einer Andacht eröffnet. Hierauf wurden die wichtigsten Bestimmungen der Schulordnung verlesen und die aufgenommenen Schüler auf dieselben verpflichtet. Infolge Teilung der Sekunda war die Errichtung einer neuen Lehrerstelle notwendig geworden. Dieselbe wurde das Jahr hindurch versehen vom Hülfslehrer Koch.
Jakob Koch wurde am 17. Februar 1862 zu Langenselbold geboren. Er besuchte von Ostern 1873 bis Ostern 1881 das Gymnasium zu Hanau und studierte dann auf den Universitäten Marburg und Leipzig klassische Philologie und Deutsch. Im November 1885 bestand er das examen pro facultate docendi in Marburg, nachdem er bereits am 1. Oktober desselben Jahres sein pädagogisches Probejahr am hiesigen städtischen Gym- nasium angetreten hatte. Nach Ableistung seiner militärischen Dienstpflicht war er von Herbst 1887 bis Ostern 1890 an derselben Anstalt sowie später an der Musterschule als unbesoldeter Hulfslehrer thätig. Diese Beschäfti- gung wurde im Winter 1888— 89 durch eine halbjährige Reise nach Italien unterbrochen. Ostern 1890 wurde er mit der Versehung einer Lehrerstelle am Königl. Kaiser-Friedrichs-Gymnasium beauftragt.
Aufserdem traten als unbesoldete Hülfslehrer an der Anstalt ein Heinrich Escher und Albert Marxhausen. Dagegen schieden aus dem Lehrerkolleg aus die unbesoldeten Hülfslehrer Otto Eitel und Wilhelm Bruch, sowie nach Beendigung seines Probejahres der Kandidat W. Eisel. I.-L. Eitel, welcher der Anstalt seit ihrer Begründung wertvolle Dienste geleistet hatte, folgte einem Rufe an das Kgl. Wilhelms-Gymnasium zu Kassel. H.-L. Bruch, welcher ein Jahr an der Schule gewirkt hatte, wurde mit Versehung einer Lehrerstelle an dem Progymnasium zu Homburg beauftragt. Kandidat Dr. Alexander Bilger übernahm nach Absolvierung seines Probejahres zu Michaelis einige Unterrichts- stunden ohne Vergütung. Zur Vertretung der im 2. Quartal zu einer S- resp. 10wöchigen militärischen Dienstleistung einberufenen Herren Dr. Orth und E.-L. Sauer wurden dem Gymnasium Kandidat Dr. A. Herm. Arendt und Schulamtskandidat Fr. Sauer über- wiesen, von denen der erstere nach der durch längere Krankheit unterbrochenen Erledigung seines Auftrages als freiwilliger Hülfslehrer an dem Gymnasium verblieb, bis er im Januar an die Realschule zu Hanau zur Vertretung eines Lehrers berufen wurde. Hülfslehrer Marxhausen war schon Ende Mai aus dem Lehrerverband geschieden, um einen Lehrer an dem Gymnasium in Hadamar zu vertreten. Die Unterrichtsstunden des Gym- nasiallehrers Degenhardt, welcher gleichfalls zu einer Swôchigen Militärübung im 2. Quartal eingezogen wurde, übernahm für diese Zeit H.-L. Escher. Derrselbe erteilte auch freiwillig den Turnunterricht in den oberen Klassen während des Monats Januar. Beurlaubt waren aufſserdem während des Schuljahres H.-L. Noll 2 Tage, H.-L. Koch 4 Tage und E.-L. Sauer 6 Tage.


