Aufsatz 
Helfrich Bernhard Hundeshagen und seine Stellung zur Romantik. Nebst 2 Beilagen.
(2 Briefe von Jacob Grimm.)
Entstehung
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dem Herzog eine gleichlautende Verordnung) betreffend die Ubersendung eines Frei- exemplars von einer jeden Schrift, die in den Druckereien der nassauischen Lande erschien, an die öffentliche Landesbibliothek zu Wiesbaden erliess, so darf man wohl annehmen, dass die Anregung zur Berufung H. nach Wiesbaden von hoher Stelle ausging. H. spricht sich selbst ausführlich über seine Anstellung bei Motivierung des bereits erwähnten Gesuches an die Nassauische Regierung vom 30. März 1818 aus. Er sei nach Ubersendung eines literarisch-artistischen Werkes an den Herzog von demselben berufen worden, um Verwendung zu finden bei dem zu errichtenden topographischen Bureau, bei der Bibliothek, bei dem Kunst- und gemeinen Bauwesen und zum Behuf der Arbeiten beim öffentlichen Unterricht. Er habe die Berufung angenommen, da er missvergnügt über die damalige Lage des Vaterlandes gewesen sei und geglaubt habe, sich nützlich machen zu können durch Arbeiten zu dessen Topographie und Statistik, durch Teilnahme bei wissenschaftlichem 5ffentlichem Unterricht, zumal ihm ferner die Aufsicht üͤber die Staatsbibliothek, die Direktion über alle statistischen und topographischen Arbeiten etc. in Aussicht gestellt worden sei.

Wie aus einem Protokoll der Landesdeputierten-Versammlung) vom 3. März 1824 hervorgeht, sind zwei Anstellungsdekrete für IHI. zu. unterscheiden. Das erste ist datiert vom 28. Februar 1813, durch welches H. berufen wird zur Herstellung einer topographischen Karte, von der er schon Ende 1812 das erste Blatt fertig gestellt hatte, und zur Beihilfe bei der Aufsicht über die Regierungsbibliothek und zur Erteilung des Unterrichts in der Militärschule; das zweite ist vom 3. Juni 1813, ¹⁰) dem zufolge er zum Bibliothekar ernannt wird.

Mit seiner UÜbersiedelung nach Wiesbaden gab II., wie er in dem mehrfach angezogenen Gesuch sagt, eine pekuniär gesicherte Stellung auf. Er leistete im Sommer 1812 Verzicht auf seine früheren Verhältnisse, in denen sich seine Jahreseinnahmen auf 2200 Gulden be- liefen. Ausser den 1000 Gulden aus seiner Praxis bezog er als Pensionär Dalbergs 1200 Gulden, er stand sonach zu diesem in demselben Verhältnis wie Zacharias Werner und Jean Paul. Dafür aber ward ihm nunmehr ein Wirkungskreis geboten, der nach einem Blick auf seine bisherige Thaàtigkeit wie für ihn geschaffen erscheinen muss. Auf der anderen Seite zeugt für die Bedeutung. welche die Nassauische Regierung auf den Ubertritt H.s in ihre Dienste legte, dass er bereits vom I. Oktober 1812 Gehalt als nassauischer Beamter erhielt. Er täuschte auch die auf ihn gesetzten Hoffnungen nicht. Das lässt sich aus dem Umstand erkennen, dass er nach kaum halbjähriger Dienstzeit zum Bibliothekar der Landes-

³) Cf. A. v. d. Linde, Die Königl. Landesbibliothek zu Wiesbaden, im Centralblatt für Bibliothekswesen, 1884, I, 46, abgedruckt imRhenus, 2. Jahrgang 1884 Nr. 3.

*) Die Mitteilungen über H.'s Aufenthalt und Thätigkeit in Wiesbaden stützen sich grösstenteils auf Auszüge aus den Protokollen der Landesdeputierten-Versammlung, die sich im Archiv zu Wiesbaden befinden. Ich verdanke dieselben meinem Freunde und Kollegen Anacker zu Wiesbaden.

1⁰) So nach Anackers Excerpten. A. v. d. L. giebt im Centralblatt etc. den 13. Juni, im Rhenus den 12. Juni an.