dies in einer kleineren historischen Arbeit, welche„Geschichtsepochen der Stadt Hanau“ betitelt auf zwei Quartblättern eine Ubersicht der Entwickelung der Stadt Hanau von der Urzeit bis auf Dalbergs Ankunft enthalt. Als Lohn hierfür bekam er eine Pension von 1200 Gulden, wie aus dem schon angeführten Gesuch an die Nassauische Regierung vom 30. März 1818 hervorgeht, und zu seinem Titel Hofgerichtsrat noch den eines Archivaccessisten.
Es fehlt aber auch nicht an einem Beweis, dass H.s Gesinnungswechsel scharf ver- urteilt wurde. In einem mehr boshaften als poetischen Elaborat„der Schäfer und der Hund“ wird er, der doch der Sohn eines treuen, tüchtigen und daher hochgestellten und hoch- geachteten Mannes sei, der Untreue gegen seinen alten Herrn, den Kurfürsten von Hessen, bezichtigt. Doch stand HI. mit seiner Hinneigung zu Dalberg durchaus nicht allein. Es gab ernstdenkende Männer genug, die mit dem Regiment des geistreichen Fürsten den Anbruch einer glücklicheren Zeit erwarteten.*)
Während II. sich in den Jahren 1807— 1810 häufig und lange in Gelnhausen aufhielt, lebte er zwischen 1810 und 1812 meist in seiner Vaterstadt. Es war ein sorgenfreies, gesellig heiteres Leben, das er hier führte, dem aber zuweilen die Würde gebrach, die man bei einem geistig hochstehenden Manne gern voraussetzen mõchte. Aus seinem Brief- wechsel mit seinem Freunde C. Rössler in Frankfurt a. M., der im Besitz von dessen Sohn, Herrn Ed. Rössler ist, erscheint uns IHI. in dieser Zeit als ein lebenslustiger, etwas eitler und übermütiger junger Mann, der als Kunstkenner eine gewisse autoritative Stellung einnahm.
In dieser Zeit seines Lebens war es die engere Heimat. Hanau selbst und seine Um- gebung, die dem regen Geist und Schaffensdrang II.'s Anregung und Nahrung gab. Im Jahre 1811 liess er eine„Artistisch-topographische Beschreibung des Panoramas der Stadt Frankfurt und der umliegenden Gegend“ im Druck erscheinen, wozu ein gewisser Morgenstern die Zeichnungen lieferte. Das folgende Jahr brachte zwei Aufsätze, welche I. als belle- tristischer Mitarbeiter der offiziellen Zeitung für das Grossherzogtum Frankfurt schrieb. Sie wurden in derselben zwischen dem 9. bis 15. und 20. bis 26. Juni 1812 ab- gedruckt. Der erstere giebt eine„Schilderung des Volksfestes vom 13. Juni in und bei der Stadt Hanau, vom Jahre 1811°, der letztere behandelt die„Belagerung und Entsetzung der Stadt Hanau im 30 jährigen Krieg“. Beide Aufsätze erschienen zusammen in Buchform als Festgabe für das Lamboyfest des Jahres 1812. Sie sind von ganz speziell lokalem Interesse. Die Schilderung des Lamboyfestes ist heute noch lesenswert, während die Dar- stellung der Belagerung und Entsetzung Hanaus als historische Arbeit ohne Kritischen Wert ist. Sie stüzt sich auf einige ältere, in der Vorrede des Büchleins angegebene Schriften, die dasselbe Ereignis behandeln.
Inzwischen hatten H.'s artistische und literarische Arbeiten in weiteren Kreisen Be- achtung gefunden. Sie sollten in der Folge zu einer Anderung in seiner Lebensstellung Anlass geben, und zwar zu einer solchen, die seinen Neigungen und Fähigkeiten mehr
⁷) Cf. Zz. B. K. C. von Leonhard, Aus unserer Zeit in meinem Leben, Bd. I. 226 ff. „„„


