Aufsatz 
William Bullokar / von Eduard Hauck
Entstehung
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beschäftigt. Ohne Zweifel gehört Bullokar zu den hervorragenden Orthoepisten des 16. Jahr- hunderts. Er wird von Gil in seiner Logonomia erwähnt. Luich zählt ihn(p. 16)neben Pals- grave, Salesburgj, Smith zu den grundlegenden Autoritäten des 16. Jahrhunderts. H'üllenweber, Beiträge zur Geschichte der engl. Grammatik, Progr. 1892, Berlin(R. Gaertner H. Heyfelder), ist der nicht ganz korrekten Meinung(p. 6), dass B.sBooke at large und seinBref Grammar for English in Wirklichkeit die ältesten Grammatiken gewesen seien. Hierdurch schliesst M. die Werke der frühneuenglischen Orthoepiker vor Bullokar aus, die doch sicherlich auch einen Anspruch haben, mit unter die Grammatiker gezählt zu werden.

Am eingehendsten hat sich Ellis mit Bullokar befasst. Auf seine Angaben werden wir daher später noch zurückkommen müssen.

Dass in SectsHistory of English Sounds Bullohars Beispiele zur Lautlehre zahlreich vertreten sind, ist selbstverständlich. Leider beruhen aber Saweets Zeugnisse auf denjenigen von Fllis, und da letztere häufig unrichtig und ungenau sind, so bedürfen auch die ersteren der Berichtigung.

Bullokars Leben und Werke.

Ueber Bullokars Leben und Werke unterrichtet J. Humphrets imDictionary of National Biography(ed. by Leslie Stephen, London 1886) Vol. II, p. 257/258. Wir erfahren dort, dass er um 1520 bis 1590 in London lebte und um 1550 daselbst mit Lehren beschäftigt war. Darauf diente er in der Armee, auch im Ausland, studierte danachagriculture and law. Auch muss er Sprachstudien getrieben haben, denn seinBooke at large zeigt, dass er Lateinisch, Französisch und Italienisch versteht und sich auch mit Griechisch beschäftigt hat. Im Jahre 1573 fing er wieder an zu lehren. Hierbei erfuhr er, wie schwer den Schülern das Lesen der englischen Schrift fiel, und erkannte als grossen Mangel der englischen Sprache die schlechte Orthographie, die zu verbessern er sich ernstlich vornahm. Darum veröffentlichte er 1575 eine Flugschrift, um seine Methode zu zeigen. Zugleich arbeitete er diese Methode in ausführlicher Weise in seinemBooke at large aus. Er wollte es schon 1578 veröffent- lichen, als er von einem Freunde auf die Werke von Smith und Chester, die er bis dahin nicht kannte, aufmerksam gemacht wurde(p. III). Er studierte deren Werke und fand, dass auch sie völlig von einer Reform der Orthographie durchdrungen waren. Wenn sie noch am Leben gewesen wären, würde er ihnen, denen er ein grösseres Wissen und mehr Erfahrung zugesteht (P. 1), seine Dienste angeboten haben. Darum verweist er(p. III) unter Weglassung weit- läufiger Beweisführungen, die er sich vorgenommen hatte, um seine Landsleute von der Not- wendigkeit der Reform zu überzeugen, auf ihre Abhandlungen. Indem er hierin mit seinen Vorgängern übereinstimmt, weicht er von ihnen nur in der Art und Weise der Entfernung jener Missbräuche ab. Smith und Chester haben mehrere von den jetzt gebräuchlichen Buch- staben ausgelassen und neue Formen dafür eingeführt(p. III), während er dies nicht tut, sondern die doppelt lautenden mit Hülfe von Strichen unterscheidet(p. X). Trotzdem Bullokar keine neuen Buchstaben eingeführt hat, hält er dieselben doch für nötig, wenn sich in einer Sprache neue Laute einstellen; denn jedem neuen Laut gebührt auch ein neues Zeichen(p. 50). Wir sehen, Bullokar stand der Einführung neuer Zeichen nicht prinzipiell feindlich gegenüber,