Aufsatz 
William Bullokar / von Eduard Hauck
Entstehung
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and grammars, proceed to write and speak it. Vou will read and hear whole sentences in which every phrase shall be in accordance with grammar, and yet perhaps not a single sen- tence so composed as an Englishman would have spoken it. A language can only be learned by ear.

Mit Recht fordert darum Viétor in seinerEinführung in das Studium der englischen Philologie p. 47 Anm. 4 von jedem englischen Philologen, indem auch er den grossen Unter- schied dieser beiden Sprachzeitalter des Englischen betont:Wissen muss man zum mindesten, dass und inwiefern das Englisch Shakespeares und das heutige durch eine Vokalverschiebung unterschieden sind, gegen welche die hochdeutsche Konsonantenverschiebung(die sog. zweite Lautverschiebung) wenig bedeuten will. Dass diese in der Orthographie zum Ausdruck kommt, jene im grossen und ganzen nicht, tut gar nichts zur Sache.

Zur Feststellung der Aussprache Shakespeares dienen uns namentlich die Zeugnisse der englischen Grammatiker jener Zeit: Palsgrave, Smith, Hart, Bullokar, Gill und Butlar. Selbst- verständlich können wir ihren Angaben nur dann vollen Glauben schenken, wenn, wie schon Brugger in Anglia XV, 265 hervorhebt,jeglicher Einfluss des Schriftbildes(auf sie) aus- geschlossen ist, und wenn wir ihre Lautbezeichnungen lautgeschichtlich bewerten, oder wie Brugger(ebenda) sagt, wenn wirRückschlüsse aus dem Neuenglischen ziehen. Die Gram- matiker würden nun zur Bestimmung der Aussprache des 16. Jahrh. als Quellen allein nicht genügen. Indessen ist es in dieser Hinsicht Ellis gelungen, Aufschluss über die Lante des 16. Jahrh. geben zu können dank seiner, wenn auch mässigen, Kenntnis des Wallisischen, mit dessen Hülfe er William Salesburtjs Welsh and English Dictionary vom Jahre 1547 studierte. Da, wie er I, 25/26 ausführt, das heutige wallisische Alphabet mit Ausnahme von y phonetisch ist und die Laute seit den letzten 300 Jahren dieselben in dieser Sprache geblieben sind, so gewann er hierdurcha solid foundation for future work the pronunciation of a certain number of words in the XVIEh century determined with considerable certainty; and from this we are able to proceed to a study of the other works named, with more hope of a satisfactory result(I, 26).

Aber Ellis gibt nur Auszüge aus den Schriften jener Grammatiker, und Luich klagt mit Recht(§ 15 in seinenUntersuchungen zur engl. Lautgeschichte), dass wir ausser diesen wenig oder nichts über Herkunft, Stand, persönliche Beziehungen und Neigungen ihrer Ver- fasser, kurz all das, was die Sprache des Einzelnen und sein Verhältnis zur Sprache beein- flusst, kennen. Sehr richtig ist auch Bruggers Ansicht in Anglia XV, 265, wo er sagt:Man muss nicht alle Grammatiker gleich hochschätzen. Man muss, um über ihre Angaben richtig urteilen zu können, zu erkennen suchen, ob sie nur Pedanten sind oder ob sie phonetische Bildung besitzen; ob sie die eigentliche Schriftsprache lehren oder ob sie ihren heimatlichen Dialekt noch darunter mischen.

Um diesem Mangel abzuhelfen, hat Prof. Jiriczek das Werk des bedeutendsten jener Orthoepisten: die Logonomia Anglica vom Jahre 1621 Alexander Gils, des hochgelehrten Lehrers. an der St. Pauls-Schule zu London, veröſtentlicht(Strassburg, Trübner, 1903). Nachgefolgt ist ihm vor kurzem Dr. R. Brotaneee mit seiner Neuausgabe von George Masons Grammaire Angloise von 1622 und 1633(Halle, Niemeyer, 1905), die als 1. Heft seiner Neudrucke früh- neuenglischer Grammatiken erschienen ist. Einen weiteren Beitrag soll vorliegende Arbeit geben, die sich mit William Bullokars Hauptwerk, demBooke at large vom Jahre 1580,