Aufsatz 
William Bullokar / von Eduard Hauck
Entstehung
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Wissenschaftliche Beilage zum Jahresbericht der Oberrealschule zu Marburg. 1905, Nr. 499.

William Bullokar.

Von Oberlehrer Eduard Hauck.

Vorbemerkung.

Die folgende kurze Darstellung von Bullokars Leben und Werken will die von J. Humphreys im Nat. Dict. of Biogr. gegebene Lebensbeschreibung B.s durch die sich in seinemBooke at large findenden Angaben ergänzen. Hinsichtlich des zweiten Teiles glaube ich mich auf eine gedrängte Wiedergabe der imBooke at large enthaltenen Sprachlehre B.s beschränken zu können, ohne auf eine ausführliche kritische Würdigung der Angaben B.s einzugehen, da eine solche sich in meinerSystematischen Lautlehre B.s findet, deren Vokalismus hoffentlich in Kürze erscheinen wird. Die beiden Abhandlungen sollen als Einleitung dienen zu meiner Neu- ausgabe von B.sBooke at large, die als Nr. 3 in der von Dr. R. Brotanek begründeten Serie Neudrucke frühneuenglischer Grammatiken angekündigt ist.

Einleitung.

The most important fact in the history of language, sagt Sweet(N. E. Gr.§ 511, p. 176), is that it is always changing. Veränderungen in der Sprache sind unvermeidlich; sie kommen örtlich und zeitlich vor. Mit ihrer Erforschung beschäftigt sich die Sprachwissenschaft. Sie in lautlicher Beziehung zu untersuchen, ist Aufgabe der Phonetik. Ohne Zweifel ist für die englische Lautlehre ein wichtiges Zeitalter das, in dem der grösste Dramatiker geboren wurde. Die Worte dieser Dramen kennen wir wohl; aber welches waren die Laute, mit denen Shake- speare, der selbst ein tüchtiger Schauspieler war, die Ohren seiner Zuhörer fesselte? Auf die Bedeutung dieser Frage hat schon vor etwa 30 Jahren Ellis hingewiesen und sie als einer der ersten zu beantworten versucht. Wenn sein epochemachendes WerkOn Early English Pronunciation auch durch die spätere Forschung in vielem überholt ist, so gebührt ihm doch heute noch das Verdienst, dass es die Grundlage der Untersuchung über die englische Aus- sprache bildet. Wegen dieser Wichtigkeit möchte ich hier seine eigenen Worte anführen, mit denen er auf die Bedeutung und Grösse des Unterschiedes des Modern-Englischen und des- jenigen, das zur Zeit Shakespeares gesprochen wurde, hingewiesen hat. Er sagt I, 22:The English of to-day do not know the tongue that Shakspere spake. They may be familiar with the words of his plays according to their own fashion of speech, but they know no more how Shakspere would have uttered them than they know how to write a play in his idiom. The language of Shakspere has departed from us, and has to be acquired as a new tongue, without the aid of a living teacher. What this means can only be justly appreciated by observing how foreigners, after most laborious study of our own modern language from books