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1) Der Unterricht ſoll ſo concentriert werden, daß eine Lektion gleichſam den Mittelpunkt des Ganzen bilde. Alle übrigen haben nur den Zweck jener zu dienen, ſo daß ſie theils wie „die logiſchen Künſte“ das Begriffsvermögen überhaupt ſchär⸗ fen, theils die Beiſpiele für die Hauptlektion liefern, oder endlich den Geiſt der Schüler durch die Abwechſelung, welche ſie bieten, friſch erhalten. Den Hauptunterrichtsgegenſtand für die erſte Claſſe ſollen Ciceros Reden, für die zweite Claſſe die dialogi Castalionis abgeben. An den fünf erſten Wochen⸗ tagen müſſen die Lehrer jeden Morgen einen beſtimmten Ab⸗ ſchnitt durchnehmen und nach Maßgabe der Faſſungskraft der Schüler erklären. In den nächſten Stunden nach dem Un⸗ terricht haben dann die Schüler privatim das ihnen Vorge⸗ tragene zu repetieren. Nachmittags wird dasſelbe Penſum von dem Lehrer zuerſt den reiferen und hierauf den ſchwächeren Schülern abgehört. Am Sonnabend muß endlich das ganze Wochenpenſum zuerſt von dem Lehrer noch einmal kurz vor⸗ getragen und hierauf von den Schülern repetiert werden.
2) Der Unterricht in den„Fundamentalkünſten“(Grammatik,
Poötik, Logik, Rhetorik) ſoll in der Art betrieben werden, daß nicht zuerſt die Theorie gelehrt werde, ſondern daß die Regel aus vorliegenden oder ſchon bekannten Beiſpielen ab⸗ geleitet und nachher durch häufige Repetition eingeübt werde. Auf dieſe Weiſe werden die Schüler ſich alles ohne Wider⸗ willen und ohne Mühe einprägen.
3) Die Stilübungen ſollen mit Ueberſetzen aus der zu erlernen⸗ den Sprache in die bekannte(die Mutterſprache) beginnen, und erſt, wenn dies gehörig geübt iſt, ſoll das Ueberſetzen in die fremde Sprache folgen.
Wir ſehen deutlich, dieſe Methode entſpricht in ihren weſentlichen
Zügen den Prinzipien von Wolfgang Ratichius. Die Concen⸗ tration des Unterrichts, die Art die Schriftſteller zu behandeln, das


