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Hofſchule ertheilte, in Verbindung ſetzen, obwohl in den Urkunden die neue Methode nirgends ausdrücklich als die Ratichs be⸗ zeichnet wird. Im Juni und Juli des Jahres 1616 ertheilte näm⸗ lich Ratichius Unterricht im Griechiſchen an dem Collegium Mau- ririnnum, verließ aber bald darauf Caſſel und begab ſich, nachdem er den Cornelius Götze, einen Lehrer der Hofſchule, in ſeine Methode eingeweiht hatte, nach Pyrmont. Obgleich er die Rück⸗ kehr verſprochen hatte und von den Räthen des Landgrafen an die Erfüllung ſeines Verſprechens gemahnt wurde, ſo wollte er ſich doch — man weiß nicht aus welchen Gründen— hierzu nicht verſtehen ¹). Der Verſuch, welchen man mit der neuen Methode(nova dida- ctica) machte, fiel günſtig aus 2), und wenn die Leiſtungen im La⸗ tein nicht ganz den Wünſchen entſprachen, ſo erklärte man dies nicht aus den Mängeln der Methode, ſondern aus andern Umſtän⸗ den. Trotzdem ſprachen ſich aber der Vorſteher Dietrich von Werder und die Examinatoren Krug und Stein nicht für die Einführung der Methode in ihrem ganzen Umfange aus ³). Was ihnen daran empfehlenswerth ſchien, war folgendes:
¹) Vgl. Weber, Geſch. der G. Sch. zu Caſſel S. 123 f. Die Räthe nennen in ihrem Bericht an Moritz den Ratichius„einen harten aigen⸗ ſinnigen und wunderbarlichen Kopf, der ſeine didacticam— veitter nicht zu continuiren noch zu abſolviren gedenke,— undt alſo dieße ſeine Kunſt uff die lange bahn ſpile.“ Es ſei daher„zu dieſes Mans weit⸗ geſuchten undt untengelichen Vorſchlägen nicht zu rathen.“
²) Das Urkheil der Examinatoren über die Leiſtungen der Schüler im letzten Examen hätte ſehr ungünſtig gelautet. Dagegen ſagen die Examinato⸗ ren in ihrem Bericht vom Ende des Jahres 1616 Mss. H. fol. 57 p. 226 ff.: Novae didacticae factum est pericnlum, at sine periculo, deprchendimus enim tales, quibus hoc probationis semestre sine fructu non abiit.
²) Das Gutachten derſelben, welches Moritz eingefordert hatte, befindet ſich Mss. H. p. 245 ff. Im Allgemeinen heißt es darin von dem Werth der neuen Methode: Ut novae illius didacticae rationem non omnino improbamus, si modo cuncta adsunt ejus requisita: ita, quae ab aliis tam in institutione quam disciplina notata fuerunt, non ne- gligenda censemus.—


