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über Ariſtoteles und Euklid für häretiſch erklärte 1). Der Vorſchlag Sturms hatte indes keine Folgen, weil Ramus es vorzog ſeine Reiſen in Deutſchland und der Schweiz fortzuſetzen.
Wenden wir uns jetzt wieder zu dem Unterricht auf der Hof⸗ ſchule und ſuchen den Lehrgang an der Hand der Lektionsverzeichniſſe und nach den einzelnen in Briefen und Berichten verſtreuten Be⸗ merkungen kurz darzuſtellen, ſo wird man erkennen, daß die bis zum Jahr 1616 faſt durchweg Ramiſtiſchen Prinzipien folgende Methode namentlich in der Behandlung der Sprachen mit Sturms Methode innig verwandt iſt. Zuvor mag hier bemerkt werden, daß wir es an dieſer Stelle nur mit der Methode des ſprachlichen lateiniſchen und des dialektiſch⸗rhetoriſchen Unterrichts zu thun haben, da das Wenige, was ſich über die bei den anderen Lehrobjekten befolgte Methode ſagen läßt, ſchon früher gelegentlich mitgetheilt wurde.
Ganz wie in Sturms Schule hatte der lateiniſche Unterricht in erſter Linie den formalen Zweck, die Schüler zu möglichſt fertig und rein redenden Lateinern zu bilden. Daß das Ciceroniauiſche Latein ebenfalls als muſtergültig angeſehen wurde, kann ſchon ein Blick auf die Stundenpläne lehren. Wenn die Schüler aber das Latein wie ihre Mutterſprache gebrauchen lernen ſollten, ohne daß ſie doch von den erſten Zeiten der Kindheit an ſucceſiv in dasſelbe hineingeführt wurden, ſo war es nothwendig auf künſtlichem Wege das zu erreichen, was die römiſche Jugend an der Hand der Natur gelernt hatte, oder mit anderen Worten, der Wortvorrath und die Redewendungen, welche das Kind faſt ohne ſein Zuthun durch An⸗
1) S. C. Schmidt a. a. O. S. 141 f. Sturm, en la rapportant aux scolarques, dit que Ramus est a la vérité un hérétique en fait d'Aristote et d'Eugçlide mais que c'est un homme trop célèbre pour q'om ne doive pas être fier de le posséder. Vgl. ebendaſ. S 292 f. und 297. Sturm bhilligte auch den an der Schule zu Zabern eingeführ⸗ ten Unterrichtsplan, welcher zum Theil nach den Ideen des Ramus,
zum Theil nach ſeinen eignen abgefaßt war⸗ 5⁵


