dahin ¹), daß zwei Lehrer entbehrt werden könnten. Allein der Landgraf fand, daß die beiden als entbehrlich bezeichneten Lehrer gerade am wenigſten überflüſſig ſeien, und da gerade damals die Zahl der Claſſen auf drei erhöht wurde, ſo wird man es als höchſt unwahrſcheinlich finden müſſen, daß vor dem Schluß der Periode noch eine Reduktion der Lehrer eintrat.
Hinſichtlich der in dieſer Zeit betriebenen Lehrgegenſtände er⸗ ſehen wir aus dem Prüfungsbericht vom Herbſt 1610, dem älteſten, welcher auf uns gekommen iſt ²), daß damals weder eine Prüfung in dem Griechiſchen noch in der Dialektik und Rhetorik ſtatt fand. Da die Schüler in allen wiſſenſchaftlichen Unterrichtsgegenſtänden geprüft zu werden pflegten, und über jedes Fach beſonders berich⸗ tet wurde, ſo müſſen wir ſchließen, daß damals kein Unterricht in dieſen drei Gegenſtänden ertheilt wurde. Die Schüler, welche ſämmtlich noch in jugendlichem Alter ſtanden, mochten wohl noch nicht für reif zum Verſtändnis der logiſchen Disciplinen erachtet werden ³). Bereits in dem folgenden Winter wurden indes, wie wir aus dem Referat über das Frühjahrsexamen 1611 ¹) er⸗ fahren, die Schüler wieder in Logik und Rhetorik unterrichtet ⁵). Auch der Unterricht in der griechiſchen Sprache wurde 1611 wieder aufgenommen ⁵), kam jedoch bald wieder in Wegfall. Gleich⸗
¹) Das Gutachten Mss. II. fol. 57 p. 204 f. iſt von Moritz mit Rand⸗ bemerkungen verſehen.*
²) Mss. II. p. 169— 171.
³) Auch aus den Bemerkungen über die Prüfungen in den übrigen Gegen⸗ ſtänden erkennen wir, daß die Schulbildung der Zöglinge hoch auf ei⸗ ner niedrigen Stufe ſtand.
*) Mss. II. p. 174— 180.
*) In logico et rhetorico examino suam diligentiam mediocriter nobis probarunt.
⁴) Der Bericht über das Herbſtexamen von 1611 Mss. H. p. 181— 185
enthält die erſten Mittheilungen über die Wirderaufnahme des griechi⸗ ſchen Unterrichts. Derſelbe wurde von dem bekannten Gelehrten und Herausgeber vieler Claſſiker, Aemilius Yortus, ertheilt. Die


