Allen wurde Sparſamkeit eingeſchärft. Tauſchhändel waren auf das ſtrengſte unterſagt.
Den Claſſenſchülern ¹) insbeſondere ward der rechtzeitige und unausgeſetzte Beſuch der Unterrichtsſtunden zur Pflicht gemacht. Wie in dem Gottesdienſt und während des Gebets ſo müſſen ſie auch in dem Unterricht ruhig, ernſt und aufmerkſam ſitzen und am Munde des Lehrers hängen ²). Nach dem Schluß der Lektion darf ſich niemand, ohne den Lehrer zu grüßen, entfernen. Die arma scholastica d. h. Bücher, Federn, Papier u. ſ. w. darf keiner vergeſſen. Alles ſoll rein und ſauber gehalten ſein.
Die Strafen ¹³) ſteigerten ſich für die Claſſenſchüler vom öf⸗ fentlichen Tadel bis zur Ausweiſung. In den wichtigern Fällen wurden die Strafen in einer Berathung des Vorſtehers mit den Lehrern feſtgeſtellt. Ueber ſolche Schüler, welche arg gefehlt hat⸗ ten*), wurden öffentliche Prügelſtrafen verhängt. Auch diejenigen, welche ſich wiederholt ein Vergehen hatten zu Schulden kommen laſſen, wurden mit Schlägen beſtraft. Ausweiſung ſollte nur dann ausgeſprochen werden, wenn der Schüler ungeachtet aller Ermah⸗ nungen und Strafen keine Hoffnung auf Beſſerung mehr gab ⁵). Die Zöglinge des collegii publici wurden für härtere Vergehen mit Carzer beſtraft ²). Sämmtliche Schüler mußten, nachdem ſie
1) Von den Obliegenheiten der publici wird ſpäter die Rede ſein.
2²) Lectionum tempore omni opera mores suos ad modestiam compo-
nunto: non nugantor: non garriunto: non obstrepunio, sed omnes ob ore magistri pendento.
³) Constitutiones Mauritianae, Cp. 12, de praemiis et poenis.
4) Flagitiose impure pertinaciterve viventi verbera praesente toto di- scipulorum grege infliguntor.
³) Omnino autem indigne et maltiosesese gerentes neque ad praefecti her praeceptorum monita quicquam attendentes neque ob perpes- sas castigationes a malitiae habitu concepto remittentes et ita de se nullam ampliu⸗ spem promittentes communi consortio exclu- duntor.
) Legum contemtores et transgressores carcere, si publici, puniuntor.
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