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III. Diseiplin der Schüler.
Die Disciplin der Schüler, ſowohl was ihr Verhalten in als auch außer der Schule anlangt, war durch eine Reihe von Vorſchriften geregelt ¹). Wir erkennen in denſelben die Spuren jenes frommen, tief religiöſen Geiſtes, der eine Frucht der Reformation in dem ſech⸗ zehnten Jahrhundert nicht nur die unteren Schichten des Volkes durchdrang, ſondern auch zu den meiſten proteſtantiſchen Höfen ſich ſeinen Weg bahnte. Auch in den erſten Jahrzehnten des ſiebzehn⸗ ten Jahrhunderts behauptete derſelbe noch ſeine Herrſchaft, bis er ſich dann durch den ſittenloſen, unchriſtlichen und frivolen Ton des franzöſiſchen Hofes verdrängen laſſen mußte, der wie ſo viel ande⸗ res Unheil im Gefolge des dreißigjährigen Krieges in Deutichland und ſpeciell in die Kreiſe der Fürſten einzog.
Allen Schülern der Hofſchule ward eine innige, warme Gottes⸗ verehrung an das Herz gelegt. Sie ſollen den Herrn, heißt es, beſtändig anrufen, daß er ihren Studien ſeinen Segen gebe. Das Tagewerk wurde mit einem gemeinſamen Gebete eröffnet und ge⸗ ſchloſſen. Auch vor und nach jeder Mahlzeit ſollte, und zwar ab⸗ wechſelnd griechiſch, lateiniſch und deutſch, gebetet werden. Den Schülern wurde es zur Pflicht gemacht den Landgrafen und die ganze fürſtliche Familie in ihr Gebet einzuſchließen. Sie werden
1¹) Constitutiones Mauritianae, Cp. IV, de officio Mauritianorum om- nium; cp. VI, de classicorum officio; Leges scholae Mauritianae publicis et classicis communes(Mss. IIss. fol. 57 p. 50). Von den hierher gehörigen zahlreichen Beſtimmungen mögen nur diejenigen her⸗ ausgehoben werden, welche für den Erziehungsplan der Anſtalt kenn⸗ zeichnend erſcheinen. 3


