Aufsatz 
Über die Hofschule zu Cassel unter Landgraf Moritz / Hartwig
Entstehung
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feſſoren genannt ¹), und man wird daher annehmen dürfen, daß ſeine Funktionen ſich hauptſächlich auf Inſpektion des collegii publici erſtreckten. Dieſe Annahme gewinnt noch mehr Halt durch den Um⸗ ſtand, daß nach Auflöſung des gedachten Collegs(1605) von einem Direktor an der Hofſchule nicht mehr die Rede iſt.

Auch auf die Frage, wer dieſem Amte vorgeſtanden, können wir in Ermangelung handſchriftlich beſtätigter Angaben nur mit ei⸗ ner Vermuthung antworten. Nach Casparſon ²) war der Erlaß des Landgrafen vom 3. Juli 1601 an den Ephorus der Hof⸗ ſchule Gregorius Schönfeld den Jüngeren gerichtet. So hinge⸗ ſtellt iſt dieſe Mittheilung aber ſicher unrichtig. Denn einmal konnte Gregorius Schönfeld der Jüngere, der Sohn des Superintendenten und Profeſſors der Theologie an dem collegium Mauritianum, ſchon wegen ſeiner bürgerlichen Herkunft und ſeines allzu jugend⸗ lichen Alters damals nicht Vorſteher der Hofſchule ſein 3). Außer⸗ dem wiſſen wir ja auch poſitiv, daß im Jahr 1601, in Abweſenheit des Vorſtehers Chr. Pflug, B. von Hoevel das Aufſeheramt ver⸗ waltete*). Ueberhaupt wird in unſern handſchriftlichen Quellen an keiner Stelle Gregorius Schönfeld der Jüngere mit der Hof⸗ ſchule in Verbindung gebracht. Indes enthält die Angabe Cas⸗ parſons, wenn unſere Vermuthung begründet iſt, einen richtigen Kern, und das Unrichtige davon beruht auf einer doppelten Ver⸗ wechſelung 5). Wir vermuthen nämlich, daß das Schreiben an

¹) Mehrere an den Landgrafen gerichtete Schreiben ſind unterzeichnet: Director et professores.

²) Progromm von 1783, S. 19 und 21. Das vom Landgrafen unter⸗ zeichnete Schreiben(Mss. HI. fol. 57 p. 46) trägt keine Adreſſe.

³) Vergl. über den jüngern Schönfeld Strieder XIII S. 183. Auch Rommel(VI S. 499) nimmt auf Casparſons Angabe geſtützt irriger Weiſe an, daß Gr. Schönfeld der Jüngere Aufſeher der Hof⸗ ſchule geweſen ſei.

4) S. oben.

*) Eine derartige Verwechſelung lag für Casparſon nahe, wenn wir

annehmen, daß das ihm vorliegende Schreiben an Gr. Schönfeld ſchlechthin adreſſiert war. Denn da er wußte, daß der ältere Schönfeld nicht Auf⸗