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welcher doch der Natur der Sache nach auf das Cedeihen der An⸗ ſtalt unmöglich vortheilhaft einwirlen kennte, zu verbinden. Wenn er den Prüfungen der Schüler nicht hatte beiwohnen können, ſo ſand⸗ ten ihm die von ihm beſtellten Examinatoren ſorgfältig ausgearbei⸗ tete Berichte über die Leiſtungen der Schüler in den verſchiedenen Gegenſtänden und ihre ſchriftlichen Arbeiten zu. Wenn es ihm ſeine ſonſtigen Geſchäfte nur einigermaßen erlaubten, ſo ſuchte er ſelbſt zur Zeit des Examens in Caſſel zu ſein. Auch über die Aufnahmeprüfungen wurde ihm genauer Bericht erſtattet, und er entſchied dann, indem er ſich dabei nicht ſelten von Wanckſtchton auf die Eltern leiten ließ. 1enn
Um die außerordentliche Thätigkeit des Landgrafen im Intereſſe der Schule recht zu würdigen, müſſen wir bedenken, daß dieſelbe in die von kirchlichen und politiſchen Wirren der verſchiedenſten Art ſo erregte Zeit vor dem Ausbruch des dreißigjährigen Krieges fällt, und daß ihm in dieſen Händeln durch ſeinen Geiſt und Charakter ſowie durch ſeine engen Beziehungen zu dem engliſchen und franzö⸗ ſiſchen Hofe und den mächtigſten deutſchen proteſtantiſchen Fürſten eine hervorragende Rolle zugewieſen war, welche ihm neben ſeinen eigentlichen Regierungsgeſchäften nur wenig Zeit für andere Dinge übrig ließ. Auch klagt er in Brieſen öfters, daß es ihm ſeine Zeit nicht geſtatte, ſich in dem Maße um die Schulangelegenheiten zu kümmern, in welchem er wünſchte. Zum Beweis, wie ſehr in jeuer Zeit politiſche Sorgen ſeine Seele erfüllten, dient, daß er in Brie⸗ fen mitten unter Erörterung von Schalangelegenheiten ihnen Aus⸗ druck gab. So ſchreibt er im März des Jahres 1610 ⁴) an den Vorſteher, die Examinatoren und Profeſſoren, daß er zu ſeinem größten Leidweſen erfahren habe, wie viel die Schule von ihrem früheren Glanze eingebüßt habe, allein bei der Lage, in welcher ſich faſt der ganze Erdkreis und insbeſondere das unglückliche deutſche — nibirun
¹) Eine Abſchrift dieſes Briefes iſt erhalten Mss. II. in 4, 103 S. 116 f.


