Aufsatz 
Über die Hofschule zu Cassel unter Landgraf Moritz / Hartwig
Entstehung
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ſcheuen. Beliefen ſich doch ohnehin ſchon die durch die Anſtalt ver⸗ urſachten Unkoſten bis zum Jahre 1605 auf 300,000 Gulden ¹).

Bis zum Jahre 1603 verblieb die Schule beſtändig in Caſſel. Damals entſchloß ſich jedoch Moritz, dieſelbe, um ſie unter ſeinen Augen zu haben, in dem nächſten Winter ſeinem Hofe wohin, iſt uicht angegeben folgen zu laſſen 2). In den ſpäteren Jah⸗ ren befand ſich jedoch, wie wir aus den Unterſchriften der Examen⸗ berichte erkennen, die Anſtalt wieder meiſt in Caſſel).

II. Behörden der Schule.

Dem Namen nach hatte die oberſte Leitung und Inſpection der Schule der Vorſteher(praefectus). In Wirklichkeit aber wurde die Anſtalt meiſt durch den Landgrafen ſelbſt geleitet. Dies gilt vornehmlich von jenen Jahren, in welchen nach dem Abgang Chriſtoph Pflugs die Stelle eines Aufſehers erledigt blieb und nur von andern auftragsweiſe verſehen wurde. Mit gleicher Sorg⸗ falt umfaßte Moritz alle Angelegenheiten der Schule. Die Beru⸗ fung der Lehrer und ihre Entlaſſung, ihr Unterricht und ihr morali⸗ ſches Verhalten waren Gegenſtände ſeiner Sorge. Die Lehrmethode beſtimmte er durch ſpecielle Vorſchriften. Stellten ſich in derſelben

1) Mon. Sep. II, 21. 4

²) Dieſen Entſchluß ſpricht der Landgraf in einem Schreiben an den M. Cruciger vom 30. Oktober 1603 aus(Mss. H. fol. 57 p. 151. Es läßt ſich freilich nicht beſtimmen, ob der Plan auch zur Ausführung gekommen iſt, da aus den beiden nächſtfolgenden Jahren handſchriſtliche Nachrichten fehlen.

²) Ein Examenbericht aus dem Jahr 1610(Mss. H. fol. 57 p. 169 171) iſt von Spangenberg aus datiert.