Aufsatz 
Über die Hofschule zu Cassel unter Landgraf Moritz / Hartwig
Entstehung
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wöchentlich für dieſe Koſt einen Reichsgulden) bezahlen. Die Tiſche der dritten Ordnung endlich wurden mit vier warmen Schüſ⸗ ſeln außer Butter und Käſe bedacht. Der Vettas hierfſe bäueſ ſch wöchentlich auf zwanzig Albus. nanl 2 u

Allen Schülern ward übrigens ſowohl bei Tiſch⸗ als auch auf ihren Zimmern die größte Mäßigkeit zur Pflicht gemacht ²).

Auch für die übrigen Bedürfniſſe der Alumnen wurde unent⸗ geldlich Sorge getragen. Die andern Schüler mußten für den Reit⸗ unterricht monatlich zwei heſſiſche Gulden, für Tanzen einen halben Gulden und für die Uebungen in der Paläſtra den gleichen Betrag ent⸗ richten. Des Schulgeldes im engeren Sinne wird dagegen in den vorliegenden Urkunden nirgends gedacht. Für die Klafter Holz hatten die Nichtalumnen einen heſſiſchen Gulden, für das Pfund Lichter drei Albus zu bezahlen. Wohnung und Bett ſollte ihnen monatlich mit zwei Gulden berechnet werden. Je zwei Schüler hatten eine Stube gemeinſa un. hſi1

Ueber das Lokal der Anſtalt in dieſer Zeit fehlen in den handſchriftlichen Quellen alle direkten Angaben. In der Hiſtorie der Gelehrtheit der Heſſen ³) wird berichtet, daß der Landgraf 1599 ſeine Hofſchule in die Canzlei, welche an das fürſtliche Schloß ſtieß*), verlegt habe. Allein dieſe Angabe erweiſt ſich nur zum

1) 9 den damals in Heſſen geltenden Münzfuß vergl. v. Rommel, S. 292 ff.

2) wabin sobrietati tam in mensa quam conclavibus studento, neque cuiquam plus vini aut cerevisiae nec pro stato pretio, quam naturac paucis contentae sufficit, conceditor. An einer anderen Stelle(Mss. Hss. fol. 57, p. 20) heißt es dagegen von der Verköſti⸗ gung der Schüler: Gut wohlſchmäckendt bier, das ſonderlich zu under⸗ haltung der ſtim dienlich iſt,, ſoll Ihnen, ſo viel vonnöthen, gefolgert werdenn.

32) J, S. 427.

) Vergl. Schminke, Beſchreibung der Stadt Caſſel S. 217. Schminke iſt übrigens auch in der Beſtimmung des Lokals der in der Geſchichte