Aufsatz 
Zur Geschichte der Schaumburg und der Burg Hohenrode : Festrede am Allerhöchsten Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs / geh. von Hartmann
Entstehung
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nach der Morgenandacht die Schulordnung verlas und erläuterte und die 30 neu ein- tretenden Schüler durch Handschlag auf ihre Befolgung verpflichtete. Hierbei begrüsste der Direktor den in den Lehrkörper neu eintretenden Oberlehrer Najork, ¹) der an Stelle des an das Kgl. Gymnasium zu Friedeberg N. M. versetzten Oberlehrers Dr. Wolscht an unsere Anstalt als Oberlehrer berufen war.

Die Pfingstferien dauerten vom 18. bis 21. Mai, die Sommerferien vom 5. Juli bis 4. August, die Herbstferien vom 28. September bis 13. Oktober, die Weih- nachtsferien vom 23. Dezember bis 6. Januar.

Am 2., 3. und 4. Juni und am 10. August musste wegen zu grosser Hitze der

Unterricht ausfallen. Vom 18. bis 21. Juni nahm der Zeichenlehrer Gündel an einem Kursus für

Zeichenlehrer in Berlin teil.

Die schriftliche Reifeprüfung wurde vom 18. bis 22. August mit zwei Ober- primanern abgehalten; die mündliche am 16. Sept. unter dem Vorsitze des Herrn Provinzial- Schulrats Dr. Kaiser aus Kassel. Beiden Prüflingen wurde das Zeugnis der Reife zuerkannt.

Am. 2. September 1902 machte die Schule zur Feier des Sedantages unter Benutzung eines Sonderzuges der neuen Eisenbahn einen gemeinsamen Ausflug nach dem Bade Eilsen und feierte dort unter ausserordentlich grosser Beteiligung der Eltern und Angehörigen der Schüler ein sehr wohl gelungenes Schulfest. Nach einer Ansprache des Direktors sang der Chor mehrere vaterländische Lieder; dann folgte ein Schauturnen mit Turnspielen. Diejenigen Schüler, welche sich durch besonders gute Leistungen im Turnen hervortaten, erhielten zur Erinnerung eine Photographie Sr. Maj. des deutschen Kaisers.

Der Oberlehrer Heckmann wurde durch Patent vom 24. 9. 1902 zum Haupt- mann der Reserve ernannt.

Der Professor Manns nahm vom 13. bis 25. Oktober an einem französischen Fortbildungskursus in Frankfurt a. M. teil.

Am 31. Oktober feierte die Anstalt in herkömmlicher Weise das Reformations- fest und zugleich ihren Stiftungstag(31. Oktober 1817). Nach Verlesung des Schrift- abschnitts Röm. 3, 21 28 wies der Religionslehrer Oberlehrer Schwarz in wenigen, aber inhaltsvollen Worten hin auf die Bedeutung der Reformation für unser deutsches Volk, auf die Bedeutung von Luthers Bibelübersetzung für die Reformation und die deutsche Sprache, auf die durch die Reformation beförderte Gründung von niederen und höheren Schulen, auf die bedeutungsvolle Wahl des Gründungs- und Einweihungstages gerade unserer Schule(dreihundertjährige Jubelfeier des Reformationstages) und schloss mit einer Ermahnung an die Schüler, an dem evangelischen Bekenntnis, das sie als ein teures Ver- mächtnis von ihren Eltern und Lehrern überkommen haben, treu festzuhalten und seine

¹) Paul Najork, geb. am 3. 12. 1860 zu Frankfurt a. O., evangelisch, besuchte bis 1873 das Gymnasium seiner Vaterstadt, dann bis Ostern 1881 das Friedrichsgymnasium zu Berlin. Er studierte in Berlin alte Sprachen, Deutsch, Geschichte und Erdkunde und bestand die Staatsprüfung am 18. 6. 1889. Von Michaelis 1880 bis dahin 18900 Probekandidat am Humboldtgymnasium zu Berlin, blieb er bis Michaelis 1891 als Hülfslehrer an derselben Anstalt. Von Oktober 1801 bis Oktober 1805 war er als Lehrer an einer höheren Knabenschule und dann als Hülfslehrer bis Ostern 1902 an dem Andreas-Realgymnasium in Berlin tätig.