Aufsatz 
Zur Geschichte der Schaumburg und der Burg Hohenrode : Festrede am Allerhöchsten Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs / geh. von Hartmann
Entstehung
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Lehren im Leben zu betätigen. Darauf gaben Schüler aus allen Klassen durch den Vor- trag von Gedichten und eigenen Ausarbeitungen ein Bild von Luthers Wirken und seiner schriftstellerischen Tätigkeit in den Jahren 1523 bis 1528. Gesänge des Schülerchors und gemeinsamer Choralgesang gaben der Feier eine besondere Weihe.

Die übliche gemeinschaftliche Abendmahlsfeier der evangelischen Lehrer und Schüler der Anstalt fand Sonntag, den 2. November, in der lutherischen Kirche statt.

Am 23. Dez. wurde der Unterricht mit einer Weihnachtsandacht geschlossen.

Am 16. Januar trug die frühere Hofschauspielerin Frau Julia Behre aus Wernigerode auf der Aula verschiedene Balladen neuerer Dichter und eine Anzahl klassi- scher Dichtungen vor(Gartenscene aus Schillers Maria Stuart, Monolog des 4. Aktes aus Goethes Iphigenie, Scene aus Shakespeares Wintermärchen) und erntete durch ihre voll- endete Vortragsart reichen Beifall. Wir sind der Künstlerin für ihr Auftreten um so dank- barer, je seltener in unserer kleinen Stadt die Schüler Gelegenheit haben, durch solch künstlerisch vollendete und lebendige Darstellung in die Meisterwerke unserer Dichtung eingeführt zu werden.

Am 20. Januar fiel der Nachmittagsunterricht aus, um den Schülern Gelegenheit zum Schlittschuhlaufen zu geben.

Am 27. Januar vormittags fand in der Aula ein sehr zahlreich besuchter Schul- akt zur Feier des Allerhöchsten Geburtstages Sr. Maj. des Kaisers und Königs statt mit Schriftverlesung, Deklamationen und Gesangsvorträgen der Schüler. Die Festrede hielt der Professor Dr. Hartmann über die Geschichte der nahen Schaumburg und der zerstörten Burg Hohenrode. Bei der Feier überreichte der Direktor dem Ober- primaner Adolf Bovenschen in Anerkennung seiner guten Schulleistungen als Allerhöchstes Geschenk Sr. Maj. des Kaisers und Königs das Prachtwerk von WislicenusDeutschlands Seemacht einst und jetzt.

Die schriftliche Reifeprüfung wurde vom 3. bis 6. Febr. mit 10 Oberprimanern abgehalten, die mündliche am 21. März unter dem Vorsitze des Direktors, der vom Kgl. Provinzial-Sckulkollegium mit den Geschäften des Kgl. Prüfungskommissars beauftragt war. Allen Prüflingen wurde das Zeugnis der Reife zuerkannt, und zwar 7 unter Befreiung von der mündlichen Prüfung.

Am 7. März veranstaltete die Schule im grossen Saale des Abendvereins eine öffentliche musikalische Abendunterhaltung. Einzelvorträge für Violine, Piston und Tenor wechselte mit dreistimmigen Knabenchören(Sextaner und Quintaner) und mit Vor- trägen des gemischten Chores, der als Hauptnummer Julius Beckers Columbus, melodramatische Dichtung mit verbindendem Texte, zur Aufführung brachte. Ein früherer Schüler der Anstalt, Herr stud. Theod. Wolter, war zur Mitwirkung mit grosser Liebens- Wwürdigkeit von Hannover hierher gekommen. Die Aufführung war wieder ganz besonders gut besucht und fand den lebhaftesten Beifall der Zuhörer. Von der Gesamteinnahme 230.50 Mark wurde der Reinertrag mit 183 Mark wieder dem hiesigen Vaterländischen Frauenverein vom Roten Kreuz überwiesen.

Die Ansprachen bei den Kaisergedenkfeiern wurden in der üblichen Weise bei der gemeinsamen Morgenandacht von dem Direktor Dr. Heldmann und dem Oberlehrer Schwarz gehalten.