Aufsatz 
Zur Geschichte der Schaumburg und der Burg Hohenrode : Festrede am Allerhöchsten Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs / geh. von Hartmann
Entstehung
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eine zweite Wunde erhielt er nicht. Unterdess erheben sich die Feinde, sie eilen, ihm Hülfe zu bringen. Ihnen leistete der Graf mit den Seinen mannhaften Widerstand, zwei ihrer vor- nehmsten Streiter nahm er gefangen, die andern liessen von ihm ab. Graf Adolf aber, dem der Herr geholfen und der sich selbst der Gefahr ausgesetzt hatte, ward hochgepriesen.

Aber noch eine dritte und die schwerste Prüfung stand dem Grafen in seinem vielbewegten Leben bevor. In mancherlei Händeln hatte er sich die Feindschaft des Dänenkönigs Kanut zugezogen, welche im Jahre 1190 zum Kriege führte. Der Krieg nahm für unsern Grafen einen ungünstigen Verlauſ. Nachdem sich der König in den Besitz von Reinoldesburg(Rendsburg) gesetzt hatte, und so der Schlüssel zu Adolfs Landen in seinen Händen war, begann der Eroberungskrieg. Eine Festung nach der andern fiel in die Hände des Herzogs Waldemar, des Bruders des Königs. Als der Graf im Jahre 1201 in Hamburg eingeschlossen war, wurde ein Vertrag gemacht, demzufolge er die Stadt Lovenburg(Lauenburg) übergeben solle und dann mit den Seinigen frei abziehen. Als aber der Herzog mit dem gefangenen Grafen nach Lauenburg kam, verweigerten die Belagerten trotz der Bitten des Grafen die Ubergabe.Darauf, so sagt der Chronist, wurde der Graf in Ketten und Banden gelegt, und in diesem Zustande mit grosser Schmach durch alle die Orte, über die er früher geboten habe, einhergeführt, kam er als Gefangener nach Dänemark. Die Dänen aber verkündeten, sobald sie von der Gefangen- nahme ihres Feindes Kunde erhielten, in allen Städten und Dörfern, wie es zu Zeiten Sauls die Philister thaten, zu allgemeinen Jubel und Beifall das Geschehene. Unter dem Nachfolger Kanuts, dem König Waldemar, übergab sich die Stadt Lauenburg den Dänen unter der Bedingung, dass der Graf gegen Stellung von Geisseln aus der Gefangenschaft frei kommen sollte. So wurde er denn frei, aber er blieb seiner Holsteinischen Länder verlustig. Sein Sohn hat später in der Schlacht bei Bornhövede die Schmach des Vaters gerächt. Graf Adolf starb um das Jahr 1225 und ist in Lokkum begraben.

Wie mir scheint, ist die Chronik des Arnold von Lübeck, wie sie die Haupt- quelle für die Geschichte des Grafen Adolf und für die wenigen Nachrichten über den Grafen Konrad von Rode ist, auch die einzige, welche von der Zerstörung der Burg Hohenrode selbständig berichtet. Und auch dies nur an einer einzigen Stelle. Ich will diese Stelle, auf welcher die späteren Erzählungen fussen, gewissermassen als ein geschicht- liches Dokument hier folgen lassen. Nachdem der Chronist die Eroberung von Holstein und zuletzt die Ubergabe von Segeberg erzählt(nach welchen Ereignissen Graf Adolf, wie wir vorhin gehört haben, in die Grafschaft Schaumburg flüchten musste), fährt er fort:Domna vero Machthildis cum suis abiit Scowenburg. Porro comes Adolfus cum suis amicis et cognatis castrum Honroth destruxit, quod e regione castri sui ultra Wiseram Conradus de Rothe edificaverat. ¹)Frau Machthild aber zog mit den Ihrigen nach Scowenburg ab. Darauf zerstörte Graf Adolf mit seinen Freunden und Verwandten die Veste Honroth(Hohenrode), welche Konrad von Rothe seiner Burg gegenüber jenseits der Wisera(Weser) erbaut hatte. Hierauf bezieht sich auch Polykarp Leyser in seiner historia comitum Wunstorpiensium. Er giebt diese Stelle fast wörtlich wieder nur mit der Jahreszahl 1181 als dem genaueren Zeitpunkt.²) Er führt selbst die obenerwähnte Stelle des Arnold von Lübeck als seine Quelle an.