Aufsatz 
Zur Geschichte der Schaumburg und der Burg Hohenrode : Festrede am Allerhöchsten Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs / geh. von Hartmann
Entstehung
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und sandte es unter Konrad von Rothen, welcher damals den Befehl über Stade hatte, gen Lubeke. Trotz einiger Erfolge gelang es ihm aber nicht, die Stadt zu entsetzen. Graf Adolf entschloss sich nun, Stade selbst anzugreifen. Arnold erzählt:Der Graf zog ein Heer in Hammenburg zusammen und besetzte eine Insel nahe bei der Stadt, Gorieswerder genannt. Die Hammenburger aber kamen, seine Ankunft fürchtend, zu ihm und machten mit ihm ein Freundschaftsbündnis. Der Graf sammelte darauf alle Schiffe, welche zu finden waren, und begab sich mit der ganzen Kriegsmacht nach Stade. Da sagte ein Mann zu seinem Nach- bar:Es ist besser, wir gehorchen dem Grafen, von dem wir unsere Gefangenen wieder bekommen können, als dem Herzoge, dem wir dies Leid zu verdanken haben. Konrad aber, der voraussah, was kommen würde, liess aus Furcht vor einem Aufstand des erbitterten Volkes unter dem Vorgeben, als wolle er eines Geschäftes wegen verreisen, die Rosse satteln, ermahnte die Bewohner der Stadt und dankte ihnen, dass sie für ihren Herrn, den Herzog, so tüchtig gewirkt hätten, und begab sich, indem er seine Frau und seinen ganzen Hausstand dortliess, eiligst hinweg, um nicht wieder zu kommen. Darauf kamen die Bewohner der Burg in Frieden zum Grafen und erklärten sich bereit, sich und die Veste ihm zu übergeben. Sobald Adolf im Besitz der Stadt war, befahl er, die Gemahlin Konrads samt Allem, was ihm gehöre, zu Wagen und mit Lastthieren fortzubringen. Bei dieser grossen Freigebigkeit musste er, wie man sagt, noch grosse Hinterlist erdulden. Die Weiber führten nämlich die Säcke mit den Harnischen ihrer Männer mit Geld und geldeswerthen Dingen vollgepackt mit und brachten diese so aus der Stadt.

Bald darauf musste sich auch Lübeck dem Grafen Adolf ergeben, welchem vom Kaiser für seine Mühe alle Einkünfte der Stadt verliehen wurden.

Noch einmal finden wir den tatendurstigen Grafen im Gelobten Lande.Kernach, sagt Spangenberg,iſt Graff Adolff zum andern malzl Anno 1197. ins gelobde Tandt ge⸗ reiſet/ vnnd ſich Kitterlich vnd Tüblich wieder die Saracenen verhalten/ deren er auch viel mit ſeiner eigen handt erlegt/ vnd dahzer einen groſſen Nahmen bei allen Chriſten menſchen erlangek. Von diesen Taten erzählt der Lübecker Chronist:Nach der Zerstörung von Sidon wandten sich die Kreuzfahrer nach Baruth. Die Bewohner verliessen die Stadt und besetzten die Burg. Es kam zum Kampfe. Als nun das Zusammentreffen stattfand, schwankte das Glück bald hierhin, bald dorthin. Graf Adolf aber hatte im Verein mit einem Edlen, Bernhard von Horstemer, heimlich einen Hinterhalt gelegt in der Absicht, den Ausgang des Kampfes abzuwarten. Er sah nun den Befehlshaber der Burg selbst auf einem mutigen Rosse von ferne kommen und prahlerisch vielen den Tod drohen. Da nahm er die Gelegenheit wahr, erhob sich, als der feindliche Kämpfer herankam, aus dem Verstecke, rannte heftig von der Seite her gegen ihn an und streckte Ross und Reiter zu Boden. Dieser war durch den plötzlichen Sturz so betäubt, dass er, seiner Sinne nicht mächtig, umherstarrte und keine Hülfe sah. Endlich kam er wieder zu sich, suchte wieder Kräfte zu sammeln, ward aber mit grosser Heftigkeit von den Hufen des Rosses wieder zu Boden geschleudert. Zum dritten Male ging es wieder so; er ermannte sich, kam wieder zu Kräften und versuchte nun das Ross selbst mit seinen Armen aus allen Kräften niederzuhalten. Allein zum dritten Male ward er hingeworfen, der Panzer öffnete sich, und ohne Verzug durchbohrte ihn sein naher Feind mit geschwungener Lanze;