Aufsatz 
Zur Geschichte der Schaumburg und der Burg Hohenrode : Festrede am Allerhöchsten Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs / geh. von Hartmann
Entstehung
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Diesem Ansinnen habe nebst einigen andern Konrad von Rode willfahrt und seine Gefangenen dem Herzog ausgeliefert. Einen ausführlichen Bericht über die Schlacht und den Streit der Fürsten bringt der Albertus Krantzius Saxonia. Dieser Bericht erwähnt den Grafen von Holstein und Schaumburg als den Anführer der Herzoglichen, den Sohn jenes Grafen, welcher in der Schlacht bei Demmin gefallen sei. Wohltuend berührt es uns, dass er auch den Grafen Adolf zu Worte kommen lässt, als ihm von seiten des Grafen von Schwerin die Beschuldigung angesonnen wurde, dass er schon vorher treulose Absichten gehabt habe. Graf Adolf erinnert an den Tod seines Vaters für den Herzog und beruft sich auf die ererbte Vasallentreue und die Freundschaftsbande, welche sein Haus mit dem Sachsenherzog verknüpften. Ganz kurz wird auch in diesem Bericht der Name des Gegners, des Grafen Konrad von Rode, erwähnt.

So spärlich die Nachrichten über den Erbauer der Burg fliessen, so viel ist uns von den Geschichtschreibern über das sturmbewegte Leben ihres Zerstörers berichtet worden. Da dieser Graf, die eigentliche Heldengestalt unserer Schaumburgischen Ge- schichte, für uns noch ein besonderes Interesse in Anspruch nimmt, als er von einigen Bistorikern als der Begründer unserer guten Stadt Rinteln angesehen wird, so darf ich wohl bei meinen hochverehrten Zuhörern auf ein geneigtes Ohr rechnen, wenn ich sie bitte, noch einige Züge aus der wechselvollen späteren Geschichte unseres Helden zu vernehmen, ehe ich das wenige mitteile, was uns von der Burg selbst gemeldet wird.

Wir hatten den Grafen verlassen, als der Kaiser seinen Gegner, den Herzog Heinrich den Löwen, niederwarf. So kam er denn mit Hülfe des Kaisers wieder in den Besitz seiner Länder. Aber in fortwährenden Kämpfen und Streitigkeiten verflossen auch die folgenden Jahre. Auch mit dem neuen Herzog von Sachsen, Bernhard von Anhalt, geriet er in Streit, weil er die Anerkennung der Lehnshoheit verweigerte, indem ergemeinet, wie der Chronist sagt,er wehre ſolches nicht ſchüldig zu khun/ Vondern hette ſeine Graffeſchafft ahne alle miltel vom Reich/ vnnd dem Kenſer.

Zeigt sich so mit der wachsenden Macht des Grafen sein hochgehendes Streben nach Selbständigkeit und Reichsunmittelbarkeit, so sollte er bald durch seinen alten Lehns- herrn eine neue Demütigung erfahren und zum zweiten Male seiner Länder beraubt werden. Der aus England zurückgekehrte Herzog Heinrich der Löwe hatte die Stadt Bardowiek erobert und verwüstet. Von da zog er nach Holstein und nahm die sämtlichen Länder des Grafen Adolf wieder in Besitz, während dieser mit Friedrich Barbarossa nach dem Gelobten Land gezogen war. Nach dem Tode des Kaisers kehrte Adolf zurück und es gelang ihm, mit Hilfe Kaiser Heinrichs VI. seine Lande zurückzuerobern.

Vnd alſo iſt Graff Adolff, sagt Spangenberg,wiederumb in ſein Erb vnd rigenthumb/ Polſtein /Skormarn vnd Wagerlandt eingeführel/ eingeſetzt vnd restistuirt worden/ vnd alles wieder einbeßommen: Denn alle ſeine Vnderthanen fro worden/ daß ſie jhn wieder bekommen/ biß auff Tübeck/ welche Stadt/ der Vertzog wol beſetzt vnd einem ſeiner Oberſten/ ſo Teukharot vom Verge geheiſſen/ zu krewer Pandt befolzlen. Adolf belagerte die Stadt. Hier begegnen wir wieder dem Grafen Konrad von Rode.

Unterdess, so erzählt nämlich die Chronik des Arnold von Lübeck,zog Herzog

Heinrich, dem das Schicksal der belagerten Bürger zu Herzen ging, ein Heer zusammen 2

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