Aufsatz 
Zur Geschichte der Schaumburg und der Burg Hohenrode : Festrede am Allerhöchsten Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs / geh. von Hartmann
Entstehung
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Im Anfang des 12. Jahrhunderts erhielt ein Graf Adolf von Schaumburg(wahr- scheinlich der Enkel des Erbauers der Schaumburg) die Grafschaften Holstein und Stormarn als Lehen des sächsischen Herzogs. Diesem Grafen wird ein grosses Verdienst um das Aufblühen der Stadt Hamburg zugeschrieben. Nach seinem Tode folgte ihm im Jahre 1122 sein Sohn Adolf, als Graf von Holstein Adolf II. Dieser hatte seinem Lehns- herrn, dem Herzog Heinrich dem Stolzen von Sachsen, welcher vom Kaiser Nonrad III. geächtet wurde, treulich zur Seite gestanden, und infolgedessen verknüpfte ihn ein enges Freundschaftsband mit dem Herzog und dessen Nachfolger, Heinrich dem Löwen. Er fiel im Kampf gegen die Wenden bei Demmin in Pommern 1164. Der Chronist erzählt uns in seiner treuherzigen Weise:Vertzog Peinrich alß er den jammer geſehen/ vnd d Graff Adolff darüber blieben vernohmen/ iſts jhme ſo nahhe zu Vertzen gangen/ daß ers nicht laſſen künnen/ hertzlich darüber zu weinen/ Den er jhnen ſehr lieb gehabt. Dieser mit Heinrich dem Löwen so engbefreundete Mann ist der Vater unseres Grafen. Seine Mutter war Frau Mechtildis, Tochter des Burggrafen zu Magdeburg.Dieſe Graffin sagt die Chronik,alß ein vernünfftig hochverſtendiges Weib hat die Graffſchaften Bolſtein/ Stormarn vnd Wagern/ eine zeillang zum beſten verſehen/ vnd verwalkek/ dalzer ſie auch von allen Vnderkhanen lieb und werth gelalten/ alß eine rechte liebe Tandesmukter. Frau Mechtild führte nach dem Tode Adolfs II. die Vormundschaft für ihren Sohn. Die Chronik berichtet dann von Kämpfen zwischen den Dänen und Holsteinern um das Jahr 1175 und erzählt weiter:Vnd vmb dieſe zeit iſt der Junge Graff Adolff mündig worden/ vnd in die Regierung gekretken/ vnd hat die oͤreyn Tande von Vertzog Peinrichen als dem Tehensfürſten in die Tehen empfangen/ vnd hat der Bertzog eine ſonderliche luſt und wolgefallen an dieſes Jungen Perrn freidigen vnd Manlichem mutke gehabk.

Wir werden hierauf mitten in die Kämpfe Heinrichs des Löwen hinein versetzt. Der Chronist berichtet von dem Zuge Adolfs gegen den Erzbischof von Köln und den Sieg bei Osnabrück. Es heisst nämlich:Alß aber der Bertzog loͤarumb daß er Reyſern Rriederichen dem J. in ſeiner Noth vnd beoͤrangnuß zu Pavy in Italien ſtecken laſſen vnd mik 5000. Mann auß dem Yelde gezogen lwie Nauclerus bericht) oder wie Crantz. lib. 6. Saxoniae cap. 35. meldek/ dem Reyſer den zug in Italien verſagk und abgeſchlagen/ darüber derſelbige auch in groſſe beſchwerung gerathen) Anno 1180. in die Acht gethan würden/ vnd weil er auch auff vieler anderer Fürſten vnd Skende anklage vnd des Kenyſers Citation auff keinen jhm angeſetzten Tag erſchienen/ aller ſeiner Tande entſetzet worden/ vnd Ertzbiſchoff Philip zu Cöln jhm ſeine Tande in Weſtphalen eingenohmen/ iſt der Vertzog auff denſelben gezogen/ da dan Graff Adolff ben dem Pertzagen geweſen vnd ſindt beide heer auff einander geſtaſſen auff dem Palreſelde/ nicht weith von Oſen⸗ brück/ da dan Anno III. eine groſſe Schlachk geſchehhen doch zu letzt der Bertzog das Jeldt behalten/ vnd der Cölniſchen viel erlegk/ deren auch ein gut theil gefangen.

In diesem Sieg aber liegt der Keim zu dem Zerwürfnis zwischen dem Grafen und dem Herzog.

In ittz gedachtem Suge, heisst es weiter,vnd gehaltener Schlacht auff dem Palrefelde/ haltt ſonderlich Graff Adolff von Polſtein das beſte gethan vnd viel guker vnd fürnehmer Teuke gefangen/ vber welchen er darnach mit dem Pertzogen ſtreitig worden/